Dead Can Dance – das erste Studio-Album seit 16 Jahren!

Thomas Kröll 20. August 2012 1
VERÖFFENTLICHUNG»10.08.2012
BEWERTUNG»9 / 9
ARTIST»
LABEL» ,
  bei Amazon bestellen

Nach 16 Jahren ist es endlich so weit: Es gibt ein neues Studio-Album von Dead Can Dance. Und man darf aufatmen, denn es hat sich nichts geändert, alles ist beim Alten! Die Band oder besser gesagt die Formation bestehend aus Lisa Gerrard und Brendan Perry ist ihren eigenen Wurzeln treu geblieben.

Die aus Australien stammenden Musiker beginnen bereits Mitte der Achtziger unterschiedliche Stile in ihrer Musik zu vereinen: Monotone Drum-Beats mischen sich mit akribisch arrangierten Klangflächen, weitläufig und ausufernd, in die man eintaucht, in denen man sich verliert und zu ertrinken droht. Darüber zwei Gesangsstimmen, die gegensätzlicher nicht sein könnten: Gerrards hoher atmosphärischer von der Tonalität her oft arabisch angehauchter Gesang wechselt sich ab mit Perrys dunklen melancholisch und fast apokalyptisch wirkenden Melodielinien. Die Harmonien der Songs sind einfach und gefällig; hier warten keine Überraschungen. Instrumentiert sind diese harmonischen Klangteppiche durch Synthesizer, Streicher, Klaviere und akustische Saiteninstrumente. Auf diese Weise prägt die Band einen eigenen, unverwechselbaren Sound. Und es besteht kein Zweifel: Dieser eigenwillige und exzentrische Stil hat sich etabliert und Maßstäbe gesetzt.

Aus dieser Tradition heraus entsteht “Anastasis”, was aus dem griechischen übersetzt so viel wie “Wiedererwachen” bedeutet. Es sind acht Songs auf dem Album, die alle eine eigene Atmosphäre haben, obwohl zu ihrer Aufnahme dieselben Mittel herangezogen wurden. “Anastasis” ist ein hervorragendes Album! Jegliche Skepsis gegenüber Bands, die nach 16 Jahren wiedererwachen, ist unbegründet. Zwar wird hier das Rad nicht neu erfunden, aber es handelt sich musikalisch um solides Handwerk, das Dead Can Dance mit ihrem neuen Album abliefern, und das werden nicht nur die Fans der ersten Stunde zu würdigen wissen.

Ein Kommentar »

  1. Bennoss Benares 21. August 2012 von 01:09 -

    Als nun mehr als 25 Jahren bin ich nun Fan von Dead Can Dance….und ich war mehr als überrascht von der Nachricht eines neues Albums….sofort hörte ich vom ersten Album den Titel Treshold, dann Yulunga, dann die ganze Scheibe Spiritchaser, dann Aion und natürlich The Serpent´s Egg……(Im übrigen Scheiben, die des öfteren laufen)….aber das war so der Moment in dem ich dachte….wenn Dead Can Dance jetzt ein neues Album bringen, welchen Zauber wird es haben…..und offen gestanden habe ich es gehört und gleich gedacht: Was ist denn das bitte schön? Es war für mich wie eine Mischung aus Solikünstlern…es hatte was von Ark, und von The Mirror Pool…Eye of the Hunter (was deutlich beim Track Opium zu spüren ist)….und ich habe mich gefragt….haben die überhaupt zusammengearbeitet? Oder haben sie versucht, sich wieder zusammenzufinden…..und ich wollte mich nicht mit dem Gedanken abfinden, sow wie Alben von anderen Bands, wo man denkt…naja…sie habens versucht….Nein.Habe ich zuviel erwartet? Nein….denn Dead Can Dance sind Dead Can Dance….das Album ist schön, keine Frage, und auch nach mehrmaligem Hören findet man den Zauber, den es hat. Und es ist ein schöner Zauber, kein Zweifel…..dennoch denke ich, sie haben sich noch nicht ganz wiedergefunden…ein Teil der Magie ist in diesem Album verschwunden…..und das finde ich sehr schade. Trotzdem werde ich sie sehen, am 5 Oktober im CCH und ich freue mich darauf. Bei einer Bewertung aller Scheiben komme ich auf eine 10….dieses Album bekommt von mir eine 6,5. Bennoss Benares