Frank Schäfer
Ihr kennt das Phänomen: Freunde und Bekannte wissen eure Missionierungstendenzen nicht zu schätzen, wenn sie auf die Frage "Was gefällt dir eigentlich an dieser Satanisten-Musik?" zum x-ten Mal ein Loblied auf "Master Of Puppets" und "Number Of The Beast" anhören müssen. Frank Schäfer hat die Lösung: "111 Gründe, Heavy Metal zu lieben". Für die nächsten 111 Gelegenheiten können wir also variieren und die Kumpels mit Aussagen wie "Weil sogar die Beatles zwei Metal-Songs im Programm hatten" und "Weil Heavy Metal und Dorfleben gut harmonieren" verblüffen.
Frank Schäfer – Schriftsteller und Kritiker – nähert sich dem Thema über 111 Statements an, die er anschließend näher erläutert. Damit erfährt der geneigte Leser viel zum Thema Heavy Metal, zu Musik im Allgemeinen und zu Weltanschauungen aller Art. So werden anhand anschaulicher Anekdoten die wichtigsten Bands (ich nenne mal AC/DC, Metallica, Black Sabbath, Iron Maiden und Motörhead) vorgestellt. Aber auch unbekanntere Bands spielen eine Rolle, außerdem die Menschen, die diese Musik hören und diejenigen, die ungewollt mit Heavy Metal konfrontiert werden (ich sage nur: Wacken).
Frank Schäfer schreibt unterhaltsam. Er überfrachtet die einzelnen Kapitel nicht und nimmt sich auch nicht bierernst. Eine sympathische Aussage aus dem Vorwort: "Und vielleicht ist es außerdem nicht gar zu vermessen, mir einen Idealleser vorzustellen, der das Buch anschließend ins Eichenregal stellt oder auf den Klostapel legt". Das wäre auch mein Vorschlag. Eine vergnügliche Lektüre für zwischendurch – gerne häppchenweise zu genießen.