Jan Omdahl
Mit dem letzten Konzert der Band am 4. Dezember 2010 in der Osloer Spektrum-Arena war das Ende von a-ha besiegelt. 28 Jahre nach Bandgründung gehen Pål Waaktaar-Savoy, Magne Furuholmen und nicht zuletzt Morten Harket nun getrennte Wege. Klar, dass viele Veröffentlichungen die letzten Schritte des Trios säumen, unter anderem eine Best-Of-CD und Live-Releases des Abschluss-Konzerts ("Ending On A High Note"). Der geneigte Fan darf sich aber auch an dem biographischen Bildband "Die ganze Geschichte" von Jan Omdahl erfreuen.
Das Werk erschien unter dem Titel "The Swing Of Things" bereits im Jahr 2004, allerdings nur in norwegischer und englischer Sprache. Nun hat man es aktualisiert und zur Freude der hiesigen Fans auch ins Deutsche übersetzt. Jan Omdahl ist ein renommierter Journalist aus Norwegen, knapp 50 Jahre alt und sehr bewandert in den Hintergründen norwegischer Popkultur im Allgemein und der Band a-ha im Besonderen.
Das Werk behandelt die komplette Geschichte der Band und man bekommt einen umfassenden Überblick, der gespickt ist mit Informationen, Interviews und einer Vielzahl von Fotos, die zum großen Teil noch nie veröffentlicht wurden. Omdahl schreibt spannend und beschönigt nicht. Wer sich mit a-ha beschäftigt, weiß, dass es immer wieder kontroverse Meinungen in der Band gab. Dass man trotz des enormen Erfolges oft frustriert und nie richtig zufrieden war. A-ha hätten gerne Musikgeschichte geschrieben, wären gern als anspruchsvolle Musikvirtuosen und Erneuerer des Genres in die Geschichte eingegangen, doch für viele Kritiker blieben sie stets nur Teenieband und Pop-Idole. Die daraus entstandenen Selbstzweifel lassen sich zwischen den Zeilen heraus lesen.
Wir erfahren viel über die Historie, über Veröffentlichungen und das Erscheinungsbild der Band im Wandel der Zeit. Die zeitliche Ausdehnung bis zu den Tagen der Abschiedstournee macht den Wälzer zu einem Standardwerk, dem eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ist. Fürs Auge, für Statistiker, für nachdenkliche Gemüter.