Alexander F. Spreng / Ingo Römling
Soweit ich weiß ist dies die erste Comic-Review auf Musicheadquarter. Hintergrund? Schöpfer des Comics ist Alexander Frank Spreng – genannt "Asp" – Kopf und Fronter der Gothic-Rock-Formation ASP. Die Geschichten um das kleine Monstermädchen "Garg", das seit dem "Findetag" bei seinem Ziehvater Benni lebt, erschienen ursprünglich im Fanmagazin "Papilion". Idee und Texte stammen von Asp Spreng himself, die Zeichnungen sind von Ingo Römling, der auch das Artwork der meisten ASP-Alben gestaltet hat.
Der Sammelband enthält alle Comicstrips, die bisher erschienen sind. Die Story wird nicht chronologisch erzählt, sondern Asp und Römling steigen mitten in das Alltagsleben von Benni und Garg ein. In unterhaltsamen Geschichten werden alltägliche Szenen dargestellt, bei denen die Charaktere sehr liebevoll gestaltet sind: Benni ist (recht erfolgloser) Schriftsteller und wartet auf den großen Coup im Business. Größte Ablenkung erfährt er durch das kleine Mostermädchen, dass eines Tages in einer Wiege vor seiner Wohnung ausgesetzt wurde. Sehr süß, sehr frech, sehr eigen – ein normales Kleinkind beinahe, aber mit monsterhaften Eigenheiten wie der Lust zum Verschlingen von Büchern (im wahrsten Sinn des Wortes) und zu allerlei teuflichen Aktivitäten. Themen sind gerne mal Dinge, die jeder junge Vater aus seinem Alltag kennt: die abendlichen Einschlafszenarien ("Monster sind nachtaktiv", behauptet die Kleine dann gerne), Abmachungen zum Fernsehkonsum, das Erfinden neuer Spiele und Verkleidungen. Vermutlich verfügt Asp über einschlägige Erfahrungen im Eltern-Dasein.
Die kleinen Geschichten sind sehr detailliert gezeichnet und es lohnt sich, die Einzelheiten zu betrachten. Oft kommt man aus dem Lachen gar nicht mehr raus, besonders, wenn man ähnliche Situationen aus dem eigenen Leben kennt. Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die täglich mit kleinen Monstern (so oder so) zu tun haben!
Der größte Teil der Geschichten ist schwarz-weiß. Für das Buch wurden redaktionelle Erläuterungen zu einzelnen Strips und ein längerer Part als Erklärung zur Entstehungsgeschichte beigefügt. So erfahren wir auch, warum der Comic "7 Jahre mit Garg" heißt: Asp möchte das Projekt nicht nach sieben Jahren beenden, er möchte aber klarstellen, dass er insgesamt nur den Zeitraum von sieben Jahren seit dem ersten Findetag beschreibt – das Monstermädchen soll also nicht älter werden.
Extra fürs Buch wurde eine lange kolorierte Geschichte hinzugefügt, die in einzelnen Bildern und mit witzigen Reimen die Geschichte des Findetages erzählt. Auf 124 Seiten bekommt man also "Garg komplett" (Stand 2010). Natürlich wird die Geschichte noch weitergehen – darauf weist schon der Zusatz "Band 1" hin. Das Buch ist im Handel leider nicht erhältlich – nur über die Homepage http://www.siebenjahremitgarg.de/
Eine Anschaffung lohnt sich absolut! Die Aufmachung ist professionell und steht gängigen Comicproduktionen in nichts nach. Bis zum 25.8.10 ist ein günstiger Subskriptionspreis möglich.