Arne Bellstorf
"Baby´s In Black" erzählt die Geschichte der Fotografin Astrid Kirchherr, die Anfang der 60er Jahre von ihrem Freund Klaus Voormann auf eine Band aufmerksam gemacht wird, die ihr weiteres Leben auf Dauer veränderte. Mitgenommen in den Kaiserkeller auf St.Pauli, lernt sie zum einen die Musik der Beatles, als auch ihren zukünftigen Freund Stuart Sutcliffe kennen und lieben. Erzählt wird diese Geschichte in schwarz-weißen Bildern, die die Stimmung dieser Zeit sehr schön einfangen. Zwar handelt es sich bei "Baby´s In Black" um einen Comic, doch verschwimmen hier die Grenzen zu Roman oder auch Film.
Neben dieser Rahmenhandlung wird der Leser in die 60er Jahre zurückversetzt, die Zeit des Aufbruchs in die Welt des Rock und Pop. Die Beatles als junge Band spielen allabendlich vertraglich gebunden zu einer unmöglichen Gage und indiskutabler Unterbringung vor der Halb- und Unterwelt von Hamburg. Erst langsam werden die Intellektuellen und Künstler auf sie aufmerksam. Sie spielen ohne Aufenthaltsgenehmigung und George Harrison wird sogar wegen seiner erst 17 Jahre zurück in die Heimat geschickt, bevor sich ihrer der Besitzer des Top Ten Clubs annimmt. Stuart Sutcliffe jedoch beendet, angetrieben von seiner Freundin Astrid seine musikalische Karriere, um ein Kunststudium zu absolvieren und sich als Maler zu behaupten.
Der Comic ist durchweg gut gezeichnet, wobei Arne Bellstorf Abstand von zu vielen Details nimmt. Im Vordergrund des Buches steht die Story, die aufgrund der Umsetzung das Gefühl der 60er, die Möglichkeiten und Verunsicherungen der Jugend und dieser Zeit allgemein an den Leser transportiert. Die Beatles kennen die meisten ja auch nur in Schwarz-Weiß.