Dave Gahan – Sein Leben mit Depeche Mode

Trevor Baker

Veröffentlicht: 15.03.2010 / Hannibal-Verlag

Von: Andreas Weist

Dave Gahan – Sein Leben mit Depeche Mode

Hat auf den ersten Blick was von Mogelpackung - "Die erste Biografie über den Sänger von Depeche Mode". Bücher über die Band gibt es ja nun wie Sand am Meer. Man wollte also ein Alleinstellungsmerkmal schaffen, und Dave Gahan in den Mittelpunkt stellen. Letztlich ist es dann aber doch nur ein weiteres Buch über Depeche Mode geworden. Kein Wunder, ist doch Gahans Name untrennbar mit dem unaufhaltsamen Aufstieg der New Wave-Pioniere verbunden. Depeche Mode gelten mit weltweit über 100 Millionen verkauften Tonträgern als eine der erfolgreichsten Bands der letzten 30 Jahre.

Die Rollenverteilung innerhalb der Gruppe schien über Jahre hinweg klar zu sein: Dave war Sänger und charismatischer Frontmann – Martin Gore aber schrieb die Songs und galt als Kopf der Band. Ein Wendepunkt war die Zeit nach der kräftezehrenden "Faith And Devotion"-Tour 1993/94, als Gahan vermehrt Drogen nahm, seine Frau sich von ihm trennte und die Misere in einem Suizid-Versuch gipfelte. Im Jahr 1996 war Gahan nach einer Überdosis für zwei Minuten klinisch tot, schaffte im Anschluss aber den Entzug. Seine Solokarriere bescherte ihm Anfang des Jahrtausends mit "Paper Monsters" die verdienten Lorbeeren als Songwriter und damit ein gesteigertes Selbstbewusstsein.

So spannt sich der biographische Bogen von der Zeit in Essex, als der "wilde" Dave auf die "zahmen" Martin Gore und Andrew Fletcher traf, bis hin zur Krebserkrankung im Jahr 2009. Autor Trevor Baker beschäftigt sich lange mit den Irrungen und Wirrungen der jungen Band – der Ochsentour durch Teenie-Magazine und öffentlichen Zurschaustellung – bis zur Zeit, als endlich die musikalischen Verdienste gewürdigt werden konnten.

Spannend wird es vor allem gegen Ende hin, wenn die musikalischen Zerwürfnisse innerhalb der Band anschauliche Erläuterung finden. Gahans Abrutschen in den Drogensumpf und sein Aufstieg wie Phönix aus der Asche werden objektiv dargestellt. Und hier wird die schillernde Persönlichkeit überaus lebendig und es wird klar, warum es vielleicht doch in Ordnung geht, dass der Name "Dave Gahan" in großen Buchstaben auf dem Cover prangt.

Das Werk liest sich flüssig und ist mit 16 Seiten voller Schwarz-weiß-Fotos versehen. Eine ausführliche Diskographie schließt sich an.

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