Süße Rebellen - die Mando Diao Story

Klaus Janke

Veröffentlicht: 15.06.2010 / Hannibal-Verlag

Von: Andreas Weist

Süße Rebellen - die Mando Diao Story

Mando Diao lieferten bereits mit ihrem Debüt "Bring ‘em In" einen musikalischen Meilenstein ab und der internationale Durchbruch ließ nicht lange auf sich warten. Inzwischen dürften die Jungs zu den bekanntesten schwedischen Exporten seit ABBA zählen. Selbst ein ungewöhnlich folkig angehauchtes Album wie das 2007er "Never Seen The Light Of Day" brachte die Skandinavier nicht vom erfolgreichen Weg ab, sondern ließ sie vielmehr Anlauf nehmen für ein Werk wie den (noch) aktuellen Output "Give Me Fire! ", der mit "Dance With Somebody" endlich auch den heiß ersehnten Chartbreaker lieferte.

Journalist und Autor Klaus Janke versucht nun in "Süße Rebellen" sich dem Phänomen Mando Dia von der Wurzel her – das heißt ausgehend von ihren Anfangstagen in der schwedischen Kleinstadt Borlänge – zu nähern. Dabei ist der Buchtitel meiner Ansicht nach doch etwas unglücklich gewählt. Man spricht sicher die weibliche Bravo-Fan-Klientel an, doch dem alternativen Anstrich der Band wird Janke damit nicht gerecht. Allerdings führt er die Großkotzigkeit, mit der sich Björn und Gustaf gerne schmücken, ein wenig ad absurdum und erfüllt damit einen (vermutlich ungewollten) guten Zweck.

Wir erfahren also in chronologischer Abfolge von den frühen Jahren in Borlänge, den ersten Erfolgen in Schweden und dem internationalen Durchbruch ab 2002. Dazwischen widmet sich ein (leider viel zu kurzes) Kapitel der Entwicklung der schwedischen Musikszene im Allgemeinen. Der besondere Erfolg in Deutschland wird hingegen mit einer langen Betrachtung bedacht. Janke fängt sehr atmosphärisch die verschiedenen Welten ein, wenn er den Bericht eines Clubkonzerts in Bristol der ausverkauften Frankfurter Jahrhunderthalle gegenüberstellt – um dann wieder in die ländliche Idylle von Borlänge zu wechseln.

Besonders die Alben "Ode To Ochrasy" und das unterschätzte "Never Seen The Light Of Day" werden einer eingehenden Betrachtung unterzogen, bevor Janke sich den Erfolgen der Gegenwart nähert. Alles recht locker und objektiv geschrieben – nur bei der Betrachtung der internationalen Fanaktivitäten im Abschlusskapitel hat man den Eindruck, dass der Autor die auf ein Teenie-Publikum ausgerichteten Online-Aktivitäten und die Street Team Competitions mit Punktewertung nicht gerade gut heißt.

220 Seiten locker gefüllte Seiten berichten umfassend über Mando Diao, ohne all zu sehr in die Tiefe zu gehen. Doch dafür ist die Band vielleicht auch noch zu jung. Eine beträchtliche Anzahl eingestreuter Schwarz-weiß-Aufnahmen lockert das Lesevergnügen auf und dürfte vor allem weibliche Fanherzen erfreuen. Zum Abschluss gibt es eine umfassende Album- und Single-Diskographie, die auch unterschiedliche Editionen (Limited, Japan, Vinyl) umfasst.

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