Pamela Des Barres
Die intimsten Bekenntnisse der Supergroupies – so lautet der reißerische Untertitel des Buches, das dann aber doch viel gemäßigter daherkommt, als es die Namensgebung und die Unterbringung bei Heyne Hardcore versprechen. Was haben wir bei Musicheadquarter in den letzten Wochen nicht alles rezensieren dürfen? Ein Kochbuch, einen Reiseführer, Guildo Horns Abenteuer in der Gesellschaft geistig Behinderter – und nun ein Sexratgeber? Wie angle ich meinen Lieblingsstar? Mitnichten. Pamela Des Barres geht erstmal auf eindrucksvolle Weise an die Geschichte der Groupies heran. Klar mag es etwas blasphemisch klingen, wenn Maria Magdalena als Groupie im Gefolge Jesu Christi bezeichnet wird. Doch spätestens seit einem Film wie „Die letzte Versuchung Christi“ ist diese Idee irgendwie auch Allgemeingut der Popkultur geworden und muss wohl als Vergleich zumindest hingenommen werden.
In „Light My Fire. Bekenntnisse eines Groupies“ hatte sich das Mitglied der legendären Girlband GTO’s selbst in den Mittelpunkt gestellt. Nun lässt sie 23 „Kolleginnen“ und gar einen „Kollegen“ zu Wort kommen. In intimen Bekenntnissen, die aber eher zeigen, wie „normal“ Rockstars doch eigentlich sind. Klar bekommt man Einblicke in die Welt des Glamour, die jedoch immer vom Alltag überlagert wird. Den Anfang macht Tura Satana, die Muse des King Elvis. Schon in ihren Schilderungen wird deutlich, dass es nicht um Nymphomaninnen und sexbesessene Hyänen geht. Die Mädels wollen Musen sein – dem Bild der griechischen Inspiration entsprechen. Wenn sie dann allerdings mit einem Star nach dem anderen ins Bett hüpfen, relativiert sich diese Einstellung schnell wieder.
„Im Bett mit Rockgöttern“ ist nichts für Voyeure. Klar wird von Sex erzählt (würde ja sonst auch keinen Sinn machen) aber die ganz großen Geheimnisse gibt es entweder nicht, oder sie werden nicht ausgesprochen. Cherry Vanilla weiß von ihren Erlebnissen mit David Bowie zu berichten. Auch Gail Zappa sah sich als Groupie – zumindest bis sie den Meister ehelichte. Und Patti D’Arbanville lüftet mit ihrer Geschichte das Geheimnis um die sagenumwobene „Lady D’Arbanville“. Auch die Vorlieben von Marilyn Manson, Robert Plant, Tom Jones, Kurt Cobain, Bob Dylan und Iggy Pop werden in lustig erzählten Stories enthüllt. Ein Register gibt dem interessierten Fan die Möglichkeit, nach der Erwähnung bestimmter Lieblinge zu suchen.
Wer nach einer unterhaltsamen Lektüre sucht, die ihm die Welt der Stars und Sternchen etwas näher bringt, liegt mit diesem Wälzer genau richtig. Man liest das Buch sicher nicht am Stück – dafür ähneln sich die 24 Kapitel mit ihren Anekdoten zu sehr – doch für ein kurzweiliges Lesestündchen vorm Einschlafen ist es allemal geeignet.