Jens Nink
Da gibt es also hier in Trier einen Cateringservice, der sich darauf spezialisiert hat, die mehr oder weniger großen Stars zu bekochen, die sich in die Provinz verirrt haben. „Rockterrine“ nennt sich das Ganze und wurde vor fünf Jahren von Simone Voigt (29) und Katrin Lauter (28) gegründet, die sich inzwischen die 24jährige Samaneh Parvin Zamir als Verstärkung mit ins Boot genommen haben. Mission: Den Künstlern eine gesunde, ausgewogene Ernährung zu bieten – und sie mit ausgesuchten kulinarischen Köstlichkeiten zu verwöhnen. Dass dies mit sehr viel Erfolg gelingt, davon erzählt dieses Buch.
Zunächst mal ist „Rockterrine“ also ein Kochbuch, das zum Nachkochen einlädt, die Rezepte gut erklärt und unter einem speziellen Punkt „Terrinen-Info“ ein paar Geheimtipps zur Zubereitung verrät. Ein Schwerpunkt (und das dürfte den außerordentlichen Erfolg des Trios mit erklären) liegt auf vegetarischen und veganen Gerichten. Und es ist erklärtes Ziel, von der Unsitte weg zu kommen, Vegetarier mit besseren Beilagen im wahrsten Sinne des Wortes „abzuspeisen“, sondern man will ihnen vollwertige Menüs bieten. Da gibt es dann so exotische Gerichte wie Brokkolikuchen mit Dinkelteig, Spicy Bandnudelsalat und Safran Basmatireis. Im Trier-Luxemburger Raum dürfen aber auch heimische Spezialitäten wie Mehlklöße mit Apfelmus nicht fehlen. Dazu kommen auch eine Reihe von Fleisch- und Fischgerichten. Also kein reines Vegetarier-Kochbuch.
Unterteilt wird in illustre Rubriken wie Punk, Rock, Hardcore und Metal – je nach den erahnten Vorlieben bestimmter Bands. Schön. Demnach liebt Bela B. Zucchinikuchen, stehen Revolverheld auf Linsenburger, schlürfen New Model Army Kartoffelsuppe – und Guildo Horn tauscht die Nussecken auch mal gegen Baumnuss-Kokos-Makronen. Viele der Bands haben handgeschriebene Notizen hinterlassen, mit denen sie die Qualität des Essens (oder den Liebreiz der Köchinnen) loben. Es gibt gelegentlich kleine Interviews, die sich ganz auf den kulinarischen Bereich beschränken. Garniert ist das Buch zudem mit zahlreichen Bandfotos, Bildern der fertigen Speisen und der Köchinnen bei der Arbeit.
Ein Kochbuch der ganz besonderen Art also, in dem man gerne mal einfach so schmökert, um eine andere Seite der Bands kennen zu lernen. Autor Jens Nink ist eine spannende Zusammenstellung gelungen – und das will schon was heißen für ein profanes Thema wie Ernährung. Eine tolle Anschaffung für sich selbst und ein ungewöhnliches Geschenk für die nächste Party-Einladung. Kompliment auch an die Damen, die sich mit viel Engagement dieses Standbein aufgebaut haben.