Cookies

Manchmal hat man Pech im Leben. Wenn man es dann noch an einem sehr unglücklichen Zeitpunkt erlebt, ist das umso ärgerlicher. Von einer großen Portion Pech kann sicherlich der Frontmann der Britpop-RocknRoll Band „1990s“ erzählen. Nach einigen Jahren, die er mit seiner Ex-Band „The Jummy Fur“ durch die Welt tingelte, wurde dem aus der Glasgower Musikszene stammende Jackie McKeown langweilig vom Bandzirkus.
Er stieg aus der Band aus und diese zerfiel mehr oder minder in ihre Einzelteile. Zwei Bandmitglieder jedoch taten sich zusammen und gründeten mit anderen Musikern eine neue Band. Die beiden Ex-Bandmitglieder von McKeown hießen Alex Kopranos und Paul Thompson. Die von ihnen neu formierte Band „Franz Ferdinand“.
Doch dem Pech Millionen vergeigt zu haben sollte später erhebliches Glück folgen. Denn McKeown lernte auf einem Baum den Drummer Michael McGaughrin kennen, fing mit ihm erst einmal an das Glasgower Nachtleben unsicher zu machen, um dann nach noch mehr glücklichen Zufällen die Band „1990s“ zu gründen. Es folgten unter anderem Auftritte mit den „Strokes“ und den „Babyshambles“. Und nachdem auch Geoff Travis von „Rough Trade“ auf die Jungs aufmerksam wurde, produzierte Bernhard Butler das glänzende Debütalbum „Cookies“.
Schon der Singlehit und Opener „You made me like it“ ist ein wahrer Britpop-RocknRoll Juwel, der einem Lust auf mehr macht und in den Indiediskos dieser Welt jeden „You made me. Ah, Ah, Ah, Ah, Ah, Ah“ singen lässt. Die „1990s“, die neben McGaughrin und Keown noch aus dem Bassisten Jamie McMorrow bestehen, werden sicher nicht nur durch ihre Singles Aufsehen erregen. „See you at the lights“, „Cult Status“ oder „You’re supposed to be my friend“ sind weitere Highlights, letzteres gleichzeitig erste Singleauskopplung.
Sicherlich spielen die Jungs keine musikalischen Neuheiten oder sind Freunde von hochpoetischen Texten. Das würde auch nicht zu ihnen passen. Die „1990s“ sind vielleicht als aller erstes mit den „Kooks“ zu vergleichen, schreiben wie sie Texte mit alltäglichem Hintergrund und von Themen, die jeden von uns in der Jugend –und frühen Erwachsenenzeit (sicher ab und zu auch danach) berühren. Ähnlich zu den „Kooks“ ist auch auf „Cookies“ fast jeder Song ein Hit.
Fazit: „Braver“ als „Costello Music“ von den „Fratellis“, beständiger als „Your favourite worst nightmare“ von den „Arctic Monkeys“ und besser als der zweite Versuch der „Kaiser Chiefs“. Rough Trade hat seinen guten Ruf mit „Cookies“ mehr als untermauert.