2Pac

Thug & Life (Best Of)

Veröffentlicht: 22.02.2008 / Interscope / Universal Music

Von: Andreas Weist

2Pac

Als Tupac Shakur im September 1996 erschossen wurde, ahnte noch niemand, dass die große Veröffentlichungsflut, die er bis dahin an den Tag gelegt hatte, postum noch weitaus stärkere Ausmaße annehmen würde. Nach seinem Tod erschienen ganze sieben erfolgreiche Alben, und noch 2005 erfolgte mit „Ghetto Gospel“, dessen Refrain von Elton John gesungen wurde, ein Spitzenplatz in den britischen und australischen Charts.

„The Best Of 2Pac“ – die neuste Compilation – kommt gleich im Doppelpack daher, nämlich mit zwei einzelnen Digipacks, die unter den Titeln „Thug“ und „Life“ erscheinen. Die separate Erscheinungsweise halte ich nicht gerade für kundenfreundlich. Und leider sind auch keine Booklets mit im Paket. Alle (recht spärlichen) Infos finden sich auf den Klappen der Digipacks. Musikalisch allerdings haben es beide Silberlinge in sich.

Wenn ich heute die Musik von 2Pac höre, weiss ich, was den finanziellen Überfliegern wie 50 Cent und Jay-Z fehlt: zum einen die Authentizität, die die Lyrik über den Kommerz stellt, und das Gespür für melodische Feinheiten. „Changes“ zum Beispiel verbindet die genialen Pianoklänge von Bruce Hornsby mit innovativen Rap-Texten und „Ghetto Gospel“ verknüpft Elton Johns Stimme auf unvergleichliche Weise mit starken Beats und lässigem Sprechgesang.

Auf dem bislang unveröffentlichten „Dopefiend’s Diner“ wird Suzanne Vegas unkaputtbares „Tom’s Diner“ als Sample genutzt und innerhalb der bekannten Melodielinie stimmlich und textlich neu interpretiert. Als zweiter unveröffentlichter Track hat es „Resist The Temptation“ auf die Compilation geschafft. Zudem neue Mixe von „Dear Mama“ und „Thugz Mansion“. Ob dies den Kauf einer neuen Best-Of-Zusammenstellung (und es wird sicher nicht die letzte bleiben) rechtfertigt, mag jeder selbst entscheiden. Rein musikalisch kann ich die Alben zumindest sehr positiv bewerten, wenn ich auch mit der Veröffentlichungspolitik meine Probleme habe.

Nachlassverwalter des Künstlers ist übrigens Tupacs Mutter Afeni Shakur, die diese Alben auch zusammengestellt hat. Ein Teil der Einnahmen soll an die noch von 2Pac selbst gegründete „Tupac Amaru Shakur Foundation“ (TASF) gehen. Nähere Infos kann sich jeder Interessierte unter http://www.tasf.org/ reinziehen.

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