3 Doors Down

3 Doors Down

Veröffentlicht: 16.05.2008 / Universal

Von: Thomas Kröll

3 Doors Down

Mit ihrem selbstbetitelten vierten Album kehren 3 Doors Down nach drei Jahren Pause wieder ins Rampenlicht zurück. 13 Millionen Alben hat das Quintett aus Mississippi seit der Bandgründung 1994 bereits verkauft. In den sechs Jahren vor ihrer Auszeit sah man sie in 32 Ländern on the road, was einem Schnitt von mehr als 200 Shows pro Jahr entspricht. Mangelnden Fleiß kann man den Jungs um Frontmann Brad Arnold also nicht vorwerfen. Wohl aber mangelnden Ideenreichtum. Auch wenn uns das Labelinfo, das von "sympathischen Underdogs des Rock" oder gar von einem "Jungbrunnen" fabuliert, etwas anderes Glauben machen will. Pustekuchen!

Ich hatte schon immer ein Problem mit diesen ganzen sogenannten NuRock-Bands vom Schlage Nickelback, Linkin Park oder Daughtry, die sich irgendwann in das von den Helden des Grunge gemachte Bett legten und seitdem die Plumeaus vollpupsen. Ja, ja, ich weiß was ihr sagen wollt. Doch so ist es nicht. 3 Doors Down haben mit "The Better Life", "Away From The Sun" und "Seventeen Days" drei durchaus hörenswerte Alben abgeliefert. Natürlich war das Stadion-Rock, aber trotzdem hatte er irgendwas. Außerdem halte ich der Band zugute, dass sie seit 2003 mehr als zwei Millionen Dollar für die lokale Kinderwohlfahrt ihres Heimatstaates aufgebracht hat und für die "The Better Life-Foundation" seither auf einen Teil ihrer Ticketerlöse verzichtet und jährlich ein Benefizkonzert absolviert.

Mit "3 Doors Down" laufen sie allerdings gegen die Wand. Von Weiterentwicklung oder Andersartigkeit (wieder so zwei Worthülsen aus dem Labelinfo) ist weit und breit nichts zu hören. Das einzige was hier neu ist, ist der Drummer (Greg Upchurch, Ex-Puddle Of Mud). Der Rest ist Langeweile. 45 Minuten schreckliche Langeweile. Das Album strotzt nur so vor vorhersehbaren Arrangements und bei Stücken wie "Let Me Be Myself" oder "Give It To Me" wird man das Gefühl nicht los sie schon x-Mal gehört zu haben. Vielleicht hat man sich durch den ununterbrochenen unsäglichen Castingwahn aber auch nur schon zu sehr an solchen Weichspülrock gewöhnt. Unter den zwölf neuen Songs finden sich jedenfalls jede Menge der typischen Bombastballaden, die leise anfangen, dann auf die Kacke hauen, urplötzlich in sich zusammensacken, um dann zum Schluss doch nochmal pathetisch Gas zu geben. Ob nun die erste Singleauskopplung "It`s Not My Time", "Pages", "It`s The Only One You`ve Got" oder "Your Arms Feel Like Home", allesamt grosse Gefühle vom Fließband. Mit "She Don`t Want The World" kommen 3 Doors Down dann sogar endgültig auf Phil Collins-Schnulzenniveau an. Selbst "When It`s Over" könnte ein ganz formidabler Rocker sein, wenn nicht aus jeder Ecke der Mief der Beliebigkeit kriechen würde. Einzig "Citizen/Soldier" mit seinem elegischen Intro sowie die treibenden "These Days", "Runaway" und "Train" wissen halbwegs zu überzeugen. Wobei letzteres dann doch wieder verdächtig an Nickelbacks "Rockstar" erinnert.

"3 Doors Down" ist ein komplett enttäuschendes Album ohne jegliche Ecken und Kanten. Produzent Johnny K. und Mischer Andy Wallace haben es derart glattgebügelt, dass es zwar mit Sicherheit das gewünschte Airplay bekommen wird, genauso gut aber auch als harmlose Hintergrundmusik für die Aufzüge und Kaufhäuser dieser Welt geeignet ist. "Wir können es kaum erwarten diesen Schatz zu veröffentlichen und damit auf Tour zu gehen", sagt Brad Arnold, "dieses Album hat uns wieder in die Spur gebracht. Jetzt wird es Zeit, wieder Zähne zu zeigen". Ich empfehle Kukident als Toursponsor.

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