50 Cent

Before I Self Destruct

Veröffentlicht: 13.11.2009 / Interscope / Universal Music

Von: Andreas Weist

50 Cent

Da hat sich der gute Herr Jackson viel Zeit gelassen, um den Nachfolger zu "Curtis" auf den Weg zu bringen. Nicht, dass zwei Jahre eine so lange Zeit sind – doch das Album war bereits mehrfach angekündigt und der Veröffentlichungstermin wurde immer weiter nach hinten geschoben. Es gibt Aussagen, dass es ursprünglich gar vor "Curtis" fertiggestellt war, dann aber zurückgestellt wurde. Umso verwunderlicher, dass die vielen Verschiebungen nötig waren. Inzwischen war der Rapper aber nicht untätig, sondern es gab ein Album von G-Unit, Aktivitäten in der Bekleidungs-, Handyklingeltöne- und Computerspielindustrie, sowie eine Weiterführung der Schauspielkarriere und eine Dokusoap im TV. Alles weitere Bausteine, um das Millionenvermögen getreu dem Motto "Get Rich Or Die Tryin‘" zu mehren.

Wie das bedrohliche Cover und der vielsagende Albumtitel ist "Before I Self Destruct" ein sehr düsteres Werk geworden. Locker und leicht geschlagenen Süßkram wie "Candy Shop" oder "Ayo Technology" sucht man vergebens. Stattdessen finden sich durchweg harte Beats, dunkle Melodien und knallharte Texte. "The Invitation" ist die perfekte Einladung in diese graue, bisweilen tiefschwarze Welt einzutauchen. "Psycho" (bei welchem Busenfreund Eminem hilfreich zur Seite stand) und "Gangsta’s Delight" kommen aggressiv und eindringlich rüber. So intensiv haben wir Fiddy schon lange nicht mehr erlebt. Verwunderlich aber, dass die als erste Auskopplung benannte Single "Get Up" es letzlich nicht aufs Album geschafft hat. Die an den Film "I Am Legend" angelehnte Ausrichtung des Songs hätte meines Erachtens gut zum Albumkonzept gepasst.

Wie immer finden sich einige Kollaborationen auf der Tracklist. Neben Eminem sind diesmal Ne-Yo ("Baby By Me") und R. Kelly (Bonustrack: "Could’ve Been You") mit dabei. Ruhige Momente finden sich vor allem in "Then Days Went By", das sich an dem Klassiker "Ain’t No Sunshine" anlehnt, und dem melodischen "Hold Me Down".

Abschließend klingt der neue Silberling mehr nach "Get Rich" als nach "The Massacre" und "Curtis". Das dürfte das Mainstream-Publikum etwas enttäuschen, aber die Die-Hard-Fans erster Stunde freuen. In der Deluxe Version gibt es als Dreingabe den gleichnamigen Film zum Album, freigegeben ab 18 und in englischer Sprache. Es handelt sich im Prinzip um die übliche Ghetto-Story. Für den Preis auf jeden Fall okay.

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