A Chinese Firedrill

Circles

Veröffentlicht: 08.02.2008 / ProgRock / SPV

Von: Andreas Weist

A Chinese Firedrill

Joey Vera dürfte der Prog-Gemeinde ein Begriff sein. Steht der Bassist doch seit langem bei Fates Warning und Armored Saint auf der Besetzungsliste und durfte in der Vergangenheit Größen wie Anthrax, Tribe After Tribe und Chroma Key um einige tiefe Töne bereichern. A Chinese Firedrill ist nun ein Soloprojekt im wahrsten Sinne des Wortes. Alle Instrumente (mit Ausnahme des Schlagwerks) hat Joey selbst eingespielt und scheut sich auch nicht, das Mikrofon höchstpersönlich in die Hand zu nehmen.

Man spürt eine Vielzahl von musikalischen Einflüssen, die von den genannten Bands bis hin zu Pink Floyd, Rush, Porcupine Tree und sogar Tool reichen. Wer jetzt eher die gewohnt harten Töne erwartet, wird vielleicht enttäuscht sein. Als Solist stellt sich Vera doch recht differenziert dar und überrascht mit subtilen Tönen, coolen Riffs und einer markanten Basslinie (wie sollte es auch anders sein). Die elektronischen Einwürfe erinnern immer wieder an Porcupine Tree und Floyd in ihrer 70er-Hochphase. Allein das verleiht dem Werk eine gewisse Zeitlosigkeit. Allerdings fehlt mir ein wenig die Ausgewogenheit in der Mischung. Der Opener und Titeltrack „Circles“ tut sein Bestes, um den Hörer in den Bann zu schlagen, und auch das abschließende „Rock, Paper, Scissors“ (richtig, es geht um das beliebte Fingerspiel) lassen mehr als aufhorchen. Doch dazwischen herrscht eine homogene Atmosphäre, die einen die einzelnen Songs kaum als solche erfassen lässt. Etwas mehr Variantenreichtum hätte dem Album gut getan.

Überraschend sind zumindest Veras stimmliche Qualitäten. Zuerst glaubte ich noch, da sei Kevin Moore von O.S.I. an die Vocals geraten. Doch der Blick ins Booklet verneint dies. Seine Stimme kann sich hören lassen und klingt zeitweise cool, dann wieder sehr atmosphärisch. So vergehen 45 ordentlich proggende Minuten.

Mal abwarten, was die Zukunft für dieses Projekt noch bringt. Viel Zeit kann der vielbeschäftigte Musiker eigentlich nicht haben. Trotzdem sollte man dem Virtuosen eine Chance geben. Und jetzt, da ProgRock Records neuerdings über SPV vertreiben, kann man auch leichter an das Werk herankommen, das ja ursprünglich schon 2006 das Licht der Musikwelt erblickte.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Eagles Tickets bei www.eventim.de