A-Ha

Analogue

Veröffentlicht: 04.11.2005 / Polydor / Universal

Von: Torsten Schlimbach

A-Ha

Es ist erstaunlich, dass es a-ha immer noch schaffen, eine große Fangemeinde zu mobilisieren. Viele Kollegen aus den 80ern sind schon längst nicht mehr da oder völlig unrelevant und dümpeln heute irgendwo im musikalischen Niemandsland rum oder spielen bei jeder Baumarkteröffnung. Dieses traurige Szenario haben sich a-ha zum Glück selbst und auch ihren Fans erspart. Stellt sich die Frage, warum es denn bei den drei Norwegern so viel anders gelaufen ist? Es muss schlicht und ergreifend an der Substanz und der Relevanz der Musik liegen.

Ich muss gestehen, dass ich jeder neuen Veröffentlichung von a-ha erst mal mit Skepsis gegenüberstehe. Das hat aber weniger mit den Jungs zu tun, sondern vielmehr mit den 80er Jahren. Für mich stellt dieses Jahrzehnt, rein aus musikalischer Sicht, das potenzielle Böse dar. Unglaublich, was dort alles an schlechter Musik erschaffen wurde, mit der wir uns heute wieder auf unzähligen Samplern rumschlagen dürfen. Aber genauso muss ich auch gestehen, dass ich a-ha immer gemocht habe.

Mit „Analogue“ legen sie nun ihr achtes Studioalbum vor. Den Opener und die erste Single „Celice“ dürfte mittlerweile jedem Radiohörer bekannt sein. Einer dieser Songs, die sich unweigerlich in den Gehörgängen festsetzen und sich zu einem ausgesprochenen Ohrwurm auswachsen. Die nachfolgenden Stücke “Don’t Do Me Any Favours“, „Cosy Prisons“ oder „Analogue“ besitzen ebenfalls diese Ohrwurmqualität und sind immer durchzogen mit diesem leichten Hauch von Melancholie. Die Songs rutschen aber nie zu sehr ins Kitschige ab und genau das ist die große Stärke von a-ha – die Jungs schreiben einfach große Popsongs ohne triefenden Schmalz. Man sollte bei den oben erwähnten Songs mal ganz genau hinhören, dann wird einem auch mehr als deutlich vor Ohren geführt, wo sich Bands wie Starsailor und ganz besonders Coldplay u.a. ihre Inspiration holen. Auf den insgesamt 54 Minuten dieser neuen a-ha Platte gibt es klanglich einiges zu entdecken. “Birthright“ wartet fast schon mit grollenden Synthieklängen auf, “Halfway through the Tour“ erinnert fast schon an ELO und “Over The Treetops“ hat mit seinen folkigen Klängen schon etwas von Simon and Garfunkel. Selbstverständlich kommen die Balladen wie “White Dwarf“ oder “A Fine Blue Line“ auch nicht zu kurz. Insgesamt ist die „erste Albumseite“ etwas stimmiger und ausgereifter. Die zweite Hälfte der CD ist manchmal etwas überladen und bei teilweise 7 Minuten Songs fragt man sich dann schon, ob der ein oder andere Teil nicht zu viel des Guten ist, da kamen die Jungs zu Beginn doch schneller UND besser auf den Punkt.

Insgesamt ist „Analogue“ wieder mal ein schönes Werk von a-ha, mit ganz großartigen Popsongs. Die drei Norweger haben es also immer noch drauf und brauchen auch den Vergleich mit den Kollegen nicht zu scheuen. Hätten die Jungs an der ein oder anderen Stelle des Albums noch auf manche Soundspielerei verzichtet, dann hätte man glatt mal überlegen müssen, ob „Analogue“ nicht das definitive a-ha Album ist. So fügen a-ha eine weitere gute Platte ihrem Gesamtkatalog hinzu, die im übrigen wieder zur richtigen Jahreszeit kommt, denn was kann es schöneres geben, als die herbstliche Stimmung mit a-ha Songs zu genießen? Eben! 6 von 9 Sternen.

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
The Love Bülow