A-Ha

Foot Of The Mountain

Veröffentlicht: 12.06.2009 / We Love Music / Universal

Von: Andreas Weist

A-Ha

Norwegen liegt momentan voll im Trend – Alexander Rybak haut in den Popcharts ganz ordentlich rein und betört jung und alt gleichermaßen. Das Mittelfeld der reifen Dreißiger und Vierziger müssen allerdings weiterhin a-ha beackern. Schließlich war Morten Harket in den 80er Jahren ebenso Traum aller Schwiergermütter, wie es heute der elegante Rybak ist. Das Label We Love Music bescherte a-ha über seine Kooperationspartner ProSieben und Sat1 eine ordentliche Medienpräsenz, welche die Single "Foot Of The Mountain" dann auch umgehend auf Platz 3 der Single-Charts hievte. Jetzt kann man natürlich voll tönen: "höchster Charteinstieg seit 20 Jahren" und auf "Take On Me" verweisen, aber die Klasse des Vorzeigesongs aus 1985 erreicht die neue Auskopplung dann doch nicht.

Seit "Analogue" sind vier Jahre vergangen. A-ha liefern damit seit ihrem Comeback im Jahr 2000 (und "Sommer Moved On" war wirklich ein Wahnsinns-Ohrwurm der seine Präsenz auf allen Kanälen wahrlich verdient hatte) konstant neue poppige Ware für Nostalgiker. Zudem können sie sich auf lobende Worte von Weltstars wie Coldplay und Robbie Williams berufen, die ihr Songwriting gerne mal als vorbildhaft bezeichnen. Chris Martin nennt sie im Interview "eine der ersten Bands, die ich geliebt habe".  Mit solchen Lorbeeren ausgestattet darf man dann auch unbeschwert an ein neues Werk gehen.

Morten Harket, Pål Waaktaar-Savoy und Magne Furuholmen lassen mal wieder Synthie-Töne sprechen. Dabei plätschern mir gerade die ersten drei Tracks allzu synthetisch vor sich hin, bevor mit dem hymnischen Titeltrack der erste Lichtblick durchschimmert. "Foot Of The Mountain" hat mit seiner eingängigen Melodielinie und der melancholischen Grundstimmung viel von den a-ha der Anfangstage und mit Harkets Stimme einen hohen Wiedererkennungswert. Einen Evergreen wie "Take On Me" oder "Hunting High And Low" sehe ich darin aber nicht. Auch wenn die Rückkehr zum Popsound der Anfangstage augenscheinlich ist, fehlt mir doch der innovative Funke der Anfangszeit. Zu sehr klingt das Trio nach einer Kopie seiner selbst. Dabei allerdings nicht wirklich schlecht. "Sunny Mystery"  geht ebenso ins Ohr wie "Real Meaning". Songs zum Zurücklehnen und Relaxen – ideal für den Sommer. Und das balladeske "Shadowside" erzeugt eine sehr schöne Atmosphäre. "Start The Simulator" fällt dann zum Abschluss etwas aus dem Rahmen und lenkt die Reise in OMD-Gefilde. Klingt zunächst ungewöhnlich, aber irgendwie schließt sich damit auch der Kreis.

A-ha können auch im Jahr 2009 noch punkten und haben mit Harket einen einmaligen Sänger mit dem nötigen Wiedererkennungswert. Wer auf die ruhige, melancholische Seite der Norweger steht, wird auch von dem neuen Output begeistert sein. Ich für meinen Teil sehe viele gute Ansätze. Hätte man einige der Synthie-Parts durch klare Pianolinien ersetzt, wäre es sicher ein geniales Album geworden. Aber ich fürchte, dann wäre es nicht mehr a-ha.

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