Silence

Mit „Silence” legt das bislang noch als Geheimtipp geltende Quintett aus Schweden sein bereits 4. Album vor – welches es in den schwedischen Charts schon auf den 4. Platz geschafft hat. Das lässt hoffen, dass die CD auch hierzulande die Beachtung erfährt, die sie durchaus verdient.
Die fünf Bandmitglieder selbst bezeichnen ihre Musik als „MelodicProgRockPompPop“, und tatsächlich findet sich auch all dies in ihren Stücken wieder - melodiöser Harmoniegesang, anspruchsvolle Texte, rockige Rhythmen, wuchtige Instrumentierung und poppig eingängige und doch niemals langweilige Melodieführungen. All das erinnert stellenweise an namhafte Bands wie Yes, Saga, Queen und andere, verbindet sich aber zu einem völlig eigenständigen, stimmigen Sound.
Die ersten 10 Songs des Albums stehen jeweils für sich, während Track 11- 19 ineinander übergehen und eine mit „Consequences (the long one)“ überschriebene Einheit bilden. Erzählt wird darin die tragische Geschichte von Joanna, einer jungen Frau, die nach heftigem Streit mit ihrem Freund ein herannahendes Auto übersieht. Nähere Details zur Story hätte ich gerne in den Songtexten nachgelesen, aber mir lag leider nur die Promo-Version des Albums ohne Booklet vor. Musikalisch wird hier jedenfalls sehr schön erzählt, mit wiederkehrenden Melodieelementen und musikalischen Gegensätzen wie beispielsweise dramatische Rhythmen neben zarten Keyboardläufen.
Ich selbst bin keineswegs ein Spezialist für progressiven Rock, allerdings ist die Einordnung von A.C.T. in dieses Genre auch eher eine Notlösung mangels treffenderer Bezeichnungen - diese Musik lässt sich eben nicht mit einem einfachen Etikett belegen. Als jemand, der bisher noch nie von dieser Band gehört hat, hat mich „Silence“ bereits beim ersten Hören fasziniert und bei jeder Wiederholung Neues entdecken lassen. Sicherlich kein „Mainstream“, aber wie bereits anfangs gesagt: wert entdeckt zu werden!