Days Of The Greats

Auf seinem neuen Album, "Days Of The Greats", macht der niederländische Singer/Songwriter Ad Vanderveen etwas nur allzu menschliches: Er wirft den Kopf nach hinten, schaut in den Rückspiegel und lässt all das Revue passieren, was ihm im Verlauf von elf Songs so in den Sinn kommt. Seit fast 20 Jahren steht Vanderveen auf europäischen (mittlerweile auch darüber hinaus) Bühnen – in diesem Zeitraum (und weit davor) hat sich einiges angesammelt über das es sich zu schreiben, zu singen, zu philosophieren lohnt. Die raue E-Klampfe lässt der wandelbare Liedermacher dabei (größtenteils) im Schrank und konzentriert sich auf die atmosphärische Tiefe seiner Akustikgitarre und typischen Begleitelementen wie der Mundharmonika, einem dezenten Bass oder dem Piano.
Höhepunkte des verhältnismäßig introspektiven Ausflugs sind das epische (mehr als acht Minuten lange!) "Well Of Wonder", der mit berühmten Namen gespickte Titelsong "Days Of The Greats" und die bittersüße Standortbestimmung "Grow Old With Me" (bei der das große Vorbild des Holländers, Neil Young, im Grunde minutenlang um die Hausecke guckt).
Ad Vanderveen wird mit "Days Of The Greats" keine Revolution im bodenständigen Euro-Americana-Lager auslösen, aber der 1956 in Hilversum geborene Troubadour macht mit seinem neuen Album etwas, das man nicht nur mit den Schlagworten „Vergangenheitsbewältigung" oder „Biografieforschung" abhandeln kann. Vanderveen lässt uns bei seinem Streifzug durch die eigenen Erinnerungen teilhaben und zeigt seinem Publikum damit, dass er eben auch nur einer von uns ist, der manchmal innehalten muss, um gewisse Linien in der Vergangenheit noch einmal etwas genauer nachzuzeichnen. Danach geht der Blick nach vorne und die Zukunft kann aufgeräumt in Angriff genommen werden. Alte Helden, der Onkel in Kanada, das Leben ab Mitte 50Â… Manche schreiben Bücher, Ad Vanderveen sein neues Studioalbum "Days Of The Greats".