Gemstones (Special Edition)

Das erste Highlight im neuen Jahr hätten wir bereits: Adam Green mit seinem neuen Album Gemstones.
Gut, die schönen, seichten Streicher von Friends of Mine sind gänzlich verschwunden. Das ist zwar Schade, doch nicht tragisch. Denn das Album klingt trotzdem unvergleichlich nach Green, auch wenn halt ein wenig anders. Das habe ich schon vor dem Kauf der Scheibe anhand seines Stückes Gemstones, das in der Musikabteilung lief, gemerkt.
Das Album wird auch nach mehrmaligem Wiederholen nicht langweilig. Ganz im Gegenteil: Es ist darüber hinaus sogar eines, welches sich direkt nach dem ersten Hören in den endlosen Gänge des Ohres festsetzt und dafür sorgt, das der Finger unweigerlich die „Start“ Taste der Anlage drückt. Und dann geht es wieder von vorne los. Das wunderbare Titelstück, das nicht der einzige Song ist, aus dem man mehrere machen könnte (viele sind übrigens nicht länger als zwei Minuten); so sehr strotzen sie vor Melodie –und Schnelligkeitswechsel und tollen Übergängen. Bestes Beispiel ist da Over the sunrise. Dann die anderen melodischen Lieder –keins wie das andere.
Die Songs selber zaubern ein Lachen auf die Lippen (also gut geeignet, um aus Depri-Phasen herauszukommen) und manchmal kann man sich auch ein Schmunzeln oder einen verdutzten Blick nicht verkneifen. Etwa bei Emily (erste Single), dass die Melodie von Beinhart hat, oder Carolina, wo Green neben Dostojewski auch Strokes Drummer Fab Moretti erwähnt –ganz einfach so, ohne Zusammenhang.
Ich glaube, manchmal weiß der so herrlich nette, schüchterne Green mit seinem Ich-tue-keiner-Fliege-was-zur-Leide Blick, welche famose Songs er schreibt –es sprudelt einfach aus ihm heraus. Ein solches Singer/Songwriter Talent kennt man in den letzten Jahren nur vom etwas rockigeren Ryan Adams.
Ganz amüsant ist dann noch das Artwork des Albums. Es besitzt zwar kein wirkliches Booklet –es besteht nur aus drei Seiten und ist aufklappbar-, aber es ist hauptsächlich in Glitzerpapier gehalten, mit dem Gesicht von Adam Green auf der Frontseite und eines abgewandelten Friends of Mine Cover im Rest der aufklappbaren Innenseiten. Ich hätte mir die aberwitzigen und manchmal durchaus seltsamen Lyrics schon gerne einmal durchgelesen.
Die Bonus- CD kommt noch mit vier Acoustic Songs –zwei sind vom Album- und vier Videos daher. Wer beides mag, sollte die zwei Euro Aufschlag gegenüber der normalen Edition durchaus ausgeben. Die Videos sind sehr gut, nicht langweilig und bringen uns vor allen den ja doch etwas seltsamen Green (s. Lyrics) etwas näher.
Fakt ist, Rough Trade bringt erstaunliche Bands und Alben heraus.