Adam Green

Jacket Full Of Danger

Veröffentlicht: 10.03.2006 / Rough Trade

Von: Sebastian Gonsior

Adam Green

Da ist er wieder. Der Traum aller deutschen Frauen von 16 bis 60 Jahren. Jeder kennt ihn. Den schlacksigen Wuschelkopf mit den Rehaugen und der sonoren dunklen Stimme, die gefrorene Butter zum schmelzen bringt. Adam Green. Nun kehrt er mit seinem mittlerweile vierten Album „Jacket Full Of Danger“ zurück um erneut die Herzen der ihm zu Füßen liegenden Frauen im Sturm zu erobern.

In seiner gefährlichen Jacke hält Adam Green insgesamt 15 Songs für uns bereit, die allesamt von seiner prägnanten Stimme dominiert werden. Bereits beim ersten Hördurchgang wird dies deutlich. Und noch etwas scheint sich durch die Songs hindurch zuziehen wie ein seidener Faden. Der Eindruck, dass alles bereits einmal so oder anders gehört wurde. Nun gut, unser lieber Adam Green neigte ja bisher stets gern dazu, sich auf mehr oder weniger witzige oder auch ironische Art und Weise auf musikalische Vorbildern in seinen Songs zu beziehen. Das ist auch auf diesem Longplayer nicht anders. In gewohnten 30 Minuten, also in zwei Minuten pro Song, reist Herr Green durch diverse musikalische Territorien. Bei „Hollywood Bowl“ wird Rock´n´Roll in bester Elvis-Manier zitiert. „Vultures“ lehnt sich hörbar an Jim Morrison an und „C-Birds“, das scheinbar von einem russischen Männerchor begleitet wird, erinnert an Nick Cave´s düstere Balladen. Und diese Zitierweise lässt sich im gesamten Album wiederfinden. „Cast A Shadow“ und „Jolly Good“ sind bekannte Hollywoodmelodien, das fast schon energisch gesungene „Hey Dude“ verweist auf Bob Dylan, während das pubertär anzügliche „White Women“ mit einer Lenny Kravitz Gitarre fast schon rockig wirkt. Die erste Single des Albums „Nat King Cole“, die bereits auf Heavy Rotation läuft, kann ohne Frage als Highlight des Albums betrachtet werden.

Bleibt die Frage: Was bleibt? Eine Sammlung von Coverversionen? Ein inoffizielles Best-Of Album? Weder noch. Vielmehr stellt „Jacket Full Of Danger“ einen Querschnitt – ein Resümee – seiner bisherigen Laufbahn als Solokünstler dar. Dabei fällt auf, dass die bekannten Ohrwürmer der Vergangenheit wie „Jessica Simpson“, „Emily“, „Hard To Be A Girl“ und „Friends Of Mine“ auf diesem Album fehlen. Irgendwie bleibt kaum ein Song länger im Gedächtnis. Auch nicht nach mehrfachem Hören. Unser Adam Green schlägt mit „Jacket Full Of Danger“ also entweder einen neuen Weg ein oder befindet sich auf kreativen Pfaden, die sich in Bedeutungslosigkeiten verirren.

Bleibt zu hoffen, dass uns Herr Green in Zukunft wieder mit herrlich skurrilen Nummern beglückt, die, auch wenn sie thematisch pubertär, albern und mit Sex-Fantastereien vollgeladen sind, wenigstens eingängige und tanzbare Melodien bieten.

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