Season Of The Sparks

Wenn Adrian Crowley auf allerhand melancholischem Tasteninstrumentarium herumspielt, und uns an seinem vermeintlich Innersten teilhaben lässt, fängt für viele die kalte Jahreszeit an. Der Ire schreibt gedankenschwere Songs für Menschen, denen tiefe Nachdenklichkeit noch zu oberflächlich und im Ansatz viel zu unreflektiert ist. Hört man “Season Of The Sparks“, das neue Album von Adrian Crowley, liegt Meditieren oder Yoga einfach näher als eine geradelinige Auseinandersetzung mit problematischen Herzensangelegenheiten. Crowley ist von Kopf bis Fuß Nachdenker, ohne Kompromisse.
Auf seiner MySpace-Seite verrät uns Mr. Crowley u.a. seine musikalischen Einflüsse. Dazu gehören z.B. Smog, Codeine, Daniel Johnston und Low. Was er an ihnen so toll findet, sagt er nicht. Aber Recht hat er, das sind allesamt großartige Bands, denen es vorzüglich gelingt Melancholie in Töne, Melodien, Texte und Atmosphären zu verpacken. Genau das versucht auch Adrian Crowley, nur leider gelingt ihm das viel zu selten. Jeder Song seines neuen Albums beschwört die immer wieder gleiche Stimmung, die spätestens nach drei oder vier Songs zum einem immer wiederkehrenden Murmeltiererlebnis wird.
Für Adrian Crowley mag es die Jahreszeit der Funken und des Überspringens dieses elektrisierenden Moments sein, welchen er auf seinem neuen Album besingt. Der Hörer befindet sich im tiefsten Herbst – nicht nur wegen der momentanen Jahreszeit. Crowleys Songs plätschern dahin, sein Gesang lädt zum Mittagsschläfchen ein und nur der Künstler selbst wird wohl wissen, was genau den Funken auf “Season Of The Sparks“ zum Überspringen bringen soll. Biedere Tristesse im bedeutungsschwangeren Großkontext. Gibt’s schon. Sogar ziemlich oft. Und größtenteils besser als hier. Nur was für Nerds, die auf trauernde und dogmatische Konventionsbrecher stehen.