Our Gans Dark Oath

Im Jahr 2005 sorgte eine Band aus Amerika in den deutschen Clubs für Furore. Benannt nach einer Figur aus dem Horrorstreifen „The Ring“ stürmten Aiden u.a. als Support-Act für Bullet for my Valentine das Land. Mit ihren Live-Auftritten und dem Vorgänger-Album „Nightmare Anatomy“, das hierzulande letztes Jahr veröffentlicht wurde, haben sich die fünf Seattler eine ansehnliche Fangemeinde erkämpft. Obwohl man „Nightmare Anatomy“ nicht wirklich als Vorgänger bezeichnen kannÂ… denn das eigentliche Debütalbum verkörpert das nun neu releaste „Our Gangs Dark Oath“, das ursprünglich bereits Ende 2004 geboren wurde.
Eine Freude nicht nur für die Anhänger Aidens! „Our Gangs Dark Oath“ kommt eine Spur ungestümer und kantiger als das etwas cleanere „Nightmare Anatomy“ daher. Genau dieses Fehlen der Aalglätte wird einige Kritiker von „Nightmare Anatomy“ (wie auch mich) überzeugen, dass Aiden einen eigenen Stil mit Wiedererkennungswert besitzen.
Nach einem einleitenden Intro startet „The Dawn Breaking Tide“ unverkennbar nach Aiden klingend durch, doch die Screamos tönen wilder als bis dato gewohnt. Im Background geben geflüsterte Passagen gegen Ende einen besonderen Touch.
Auch bei „I Set My Friends On Fire“ kommen gröbere und härtere Klänge durch, die eine aggressive Atmosphäre schaffen, die zum mitpowern verleiten. Schnelle Gitarren und abwechslungsreiche Gesangspartien mit Screamos, Shouts und cleanen Vocals. Der Zwischenteil mit der leise sprechenden weiblichen Stimme und Wils Gesangspart gibt dem Song noch den letzten Schliff. Schnell, laut, zerstörend!
„Pledge Resistance“ erinnert anfangs ein wenig an „Genetic Design For Dying“, doch ändert sich dies nach den ersten Takten. Die klaren zackigen Gitarren und die – wie immer bei Aiden – gelungenen Backings sprechen für sich. Vor allem die Screamos gegen Ende gehen richtig gut rein.
Wer den Film “Stand by me” kennt, wird bei „Bridge Of Reason, Shore Of Faith“ die Szene wieder erkennen, in der Teddy alias Corey Feldman das wohl waghalsigste “Zugweichen” seines Lebens spielt. Großartiger Film, geniale Kurzgeschichte von Stephen King und ein super Song von Aiden! Hier überraschen sie mit völlig ungewohnten Screamo-Einlagen vor einer wunderbaren instrumentalen Kulisse. Der melodiöse Refrain verschafft dazu einen idealen Kontrast. Ein Song voller unterschiedlicher Elemente, die doch alle so gut zusammenpassen!
Einige absichtlich und perfekt platzierte Misstöne a la I Am Ghost, sowie etwas gröbere Gesangspartien nach dem anfangs so sanften „Life I Left Behind“ rocken ebenso gut wie „Looking Glass Eyes“. Bei diesem spürt man ein Hauch von AFI bevor Aiden die Übermacht gewinnen. Für alle die was zum Mitsingen suchen, denen sei „Cold December“ empfohlen. Ein eingängiger und runder Song mit knackigen Gitarren. Und ohne an Tempo zu verlieren gelangen wir auch leider schon zum letzten Song „World By Storm“ der seinem Namen alle Ehre macht.
Eine tolle Scheibe, facettenreich und mit eindeutiger Aiden Stilmarke. Gerade weil das Album etwas sperriger und ruppiger rüber kommt ist es so gelungen! Danke für diese Wiederveröffentlichung!!