Alec Ounsworth

Mo Beauty

Veröffentlicht: 16.10.2009 / ANTI / Indigo

Von: Simon Baranowski

Alec Ounsworth

Clap Your Hands Say Yeah Frontmann Alec Ounsworth macht zurzeit nicht nur mit seinem Nebenprojekt Flashy Python auf sich aufmerksam, nein, er bringt zudem auch noch ein eigenes Soloalbum heraus. "Mo Beauty" heißt das Solo Debüt und wird im Gegensatz zum in eigener Regie veröffentlichtem Flashy Python Album über Anti Records auf den Markt gebracht.

Trotzig zieht sich Alec Ounsworth auf dem Cover seines Debüts die Hose hoch. Mit der Kippe im Mund und gehobenen Hauptes strahlt der aus Philadelphia stammende Musiker eine gehörige Portion Selbstbewusstsein aus. Geplant war es sicherlich nicht, so flott ein Solowerk zu veröffentlichen. Es war Rock-Saxophonist und Musikproduzent Steve Berlin der Alec Ounsworth in New Orleans traf und ihn einfach fragte, ob er nicht Lust habe ein Album aufzunehmen. Viele Songs standen schon, nur die richtige Instrumentalisierung fehlte noch. So setzte man sich zusammen und nahm in den bekannten Piety Street Recording Studios in New Orleans "Mo Beauty" auf. Unterstützend kamen einige New Orleans basierende Musiker ins Studio, um Alec Ounsworth passend zu begleiten. Darunter Drummer Stanton Moore und der alt eingesessene Bassist George Porter Jr. So ist kaum verwunderlich, dass neben dem Track "Holy, Holy, Holy Moses (Song For New Orleans)", auch alle anderen Songs einen gewissen New Orleans Einfluss haben. Obwohl sie nicht auf New Orleans zugeschnitten waren und teilweise gänzlich zu einer anderen Zeit entstanden, spielt die Art und Weise der Aufnahme doch eine gewisse Rolle. Ein wenig Free Jazz, starke Rhythmus Parts und ausgeklügelte Pedal-Steel Gitarreneinlagen bestimmen den Großteil von "Mo Beauty".

"Modern Girl (Â…With Scissors)" macht den Anfang auf Ounsworths Debüt und gibt einen ersten Wegweiser auf das, wo drauf sich der Hörer einstellen kann. Die leicht teilweise monoton und nasal wirkende Stimme Ounsworths passt wie die Faust aufs Auge zum abgemischten Sound der Rhythmusfraktion. Bei "Bones In The Grave" werde ich an einer Stelle immer an die Antennas und ihrem Song "The Collector" erinnert. Doch Alec Ounsworth bekommt die Kurve hin und schliddert wieder in seinen Song zurück. Wirkt der eine Song noch sehr spartanisch ("Holy, Holy, Holy Moses" oder "What Fun") kann der nächste schon gleich überflügeln, an Masse und geballter Energie ("That Is Not My Home (After Bruegel)" oder "Me And You, Watson"). "Idiots In The Rain" hat dieses jazztypische Schlagzeug und bringt Bläser und Klavier mehr in den Vordergrund als die bisherigen Tracks. "South Philadelphia (Drug Days)" klingt wie eine abgespeckte Version von Clap Your Hands Say Yeah, was durchaus nicht negativ aufzufassen ist. "Obscene Queen Bee #2" entfaltet sich bereits in den ersten Sekunden zu einem wunderschönen Song und wird mit großer Sicherheit den Weg auf den nächsten Sampler finden. Ganz groß!

Alec Ounsworth hat mit seinem Debüt eine tolle Platte hingelegt. Man braucht durchaus mehrere Durchgänge, um sich an den Stil und die Stimme zu gewöhnen, bevor man erkennt, dass hier alles passt. Eine Art geplante Improvisation, ein Wechselspiel zwischen voluminös und simpel. Manches wird klein gehalten, anderes wird durch die mächtige New Orleans Tuba herausgepresst. "It is New Orleans, after all."

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