Alice Cooper

Along Came A Spider

Veröffentlicht: 25.07.2008 / Steamhammer / SPV

Von: Andreas Weist

Alice Cooper

Alice Cooper war Inspiration für eine Vielzahl erfolgreicher Künstler wie Kiss, Slipknot, Marilyn Manson und Rob Zombie. Seine Ausnahmekarriere mit vielen Höhen und Tiefen begann 1969 mit „Pretties For You“, das noch unter dem Bandnamen Alice Cooper erschien, und wurde ab 1975 mit seinem ersten echten Soloalbum „Welcome To My Nightmare“ fortgesetzt. Und auch nach fast 40 Jahren ist der alte Haudegen immer noch für eine Überraschung gut. Das Konzeptwerk „Along Came A Spider“, sein immerhin 25. Studioalbum, ist ohne Frage ein neues Meisterstück.

In der Tradition guter Konzeptalben erzählt „Along Came A Spider“ die Geschichte des Massenmörders Spider, der seine letztlich acht Opfer in Seide hüllt und ihnen eine Bein ausreißt, um sich den Torso einer Spinne zu basteln. Doch beim letzten Opfer macht ihm das Schicksal einen Strich durch die Rechnung, da er sich in die junge Frau verliebt und sie nicht töten kann. Alice strickt um den „arachnophobic psychopath“, wie er ihn in „Catch Me If You Can“ nennt, eine Story wie ein Spinnennetz aus Intrigen und tödliche Gefahren. Ein Plot wie geschaffen für eine künstlerische Umsetzung durch den Mann, der Gruselelemente in die Rockmusik eingeführt und das Genre Schockrock geschaffen hat.

Musikalisch klingt der neue Longplayer im Gesamten betrachtet nicht so hart wie die letzten Studiowerke. Stattdessen besinnt man sich auf alte Tugenden wie Bluesrock und den straighten Sound der 70er. Charttaugliche Hits und die allseits beliebten Mitgrölnummern sind dabei diesmal Fehlanzeige. Das Werk ist vielmehr filigran um die Geschichte herum arrangiert, ohne dabei einzelne Songs besonders in den Vordergrund zu stellen. Ein orchestral unterlegter Prolog führt in die Story ein: „We found his diary today“. Dann startet der erste von elf Songs, die in Form von Tagebucheinträgen aus der Ich-Perspektive des Serienkillers verfasst sind.

Alice Cooper gibt dem Protagonisten von Beginn an seine unvergleichliche, rauchig-verlebte Stimme. Starke Gitarrenriffs leiten zum härtesten Song des Albums „Vengeance Is Mine“ über, das durch ein Gitarrensolo von Slash himself veredelt wird.. „Wake The Dead“ verwendet ungewöhnliche elektronische Spielereien und Verzerrungen im Prodigy-Style, um der Geschichte einen mysteriösen Anstrich zu geben. Die folgenden drei Songs „Catch Me If Your Can“, „(In Touch With) Your Feminine Side“ und “Wrapped In Silk” bieten uns den Alice, den wir uns seit den 70ern immer wieder wünschen: rockig und eingängig. Überraschend dann aber die Ballade „Killed By Love“, die einen etwas anderen Cooper zeigt, mit sanfter Stimme und zu akustischen Gitarrenklängen. Ein Highlight des Albums, bevor es mit „I’m Hungry“ wieder ruppig weitergeht. „The One That Got Away“ bietet starke Gitarrensoli und humorvolle Textpassagen, wenn der Killer sich überlegt, sein letztes Opfer laufen zu lassen – inklusive eingebauter Dialogzeilen. Der Pianoballade „Salvation“ verleiht Cooper wieder ungewöhnlich schön eingesungene Vocals, bevor es mit „I Am The Spider“ zum theatralischen Finale geht.

Ein außergewöhnliches Album von knapp 45 Minuten Länge, dass man nicht zerstückeln, sondern nur komplett hören sollte. Alice Cooper hat mal wieder gezeigt: er kann’s noch. Und auf die Liveumsetzung im Herbst dürfen wir äußerst gespannt sein.

Alice Cooper & Whitesnake – Live In Germany 2008

18.11. München, Olympiahalle 
20.11. Hannover, AWD-Halle 
21.11. Essen, Grugahalle 
22.11. Nürnberg, Arena 
25.11. Erfurt, Messehalle 
26.11. Hamburg, Sporthalle 
28.11. Frankfurt, Jahrhunderthalle 
29.11. Stuttgart, Porsche-Arena 
01.12. Berlin, Max-Schmeling-Halle

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