Alice Cooper

Brutal Planet / Dragontown (Re-Release)

Veröffentlicht: 02.04.2010 / Armoury Records / Eagle Rock / edel

Von: Andreas Weist

Alice Cooper

Beflügelt vom Erfolg des Konzeptwerks "Along Came A Spider" macht es durchaus Sinn, dem Backkatalog des neuen Jahrtausends eine zweite Chance zu gönnen. Leider wurde Alice Cooper in den Vorjahren nicht gerade vom kommerziellen Erfolg verwöhnt, doch das düstere neue Album führte zu ordentlichen Chartplatzierungen allerorten.

"Brutal Planet" erschien im Jahr 2000 nach einer sechsjährigen Pause und wurde sehnlichst erwartet. Die Legende sagt, dass es Teil einer Trilogie sein soll. "Dragontown" – sozusagen die Fortsetzung – erschien dann auch bereits im Folgejahr. Ob es jemals einen dritten Teil geben wird, oder ob das 94er Album "The Last Temptation" der eigentliche erste Teil war, bleibt allerdings der Gerüchteküche vorbehalten. Unterschiedliche Interviewaussagen des Meisters tragen nicht gerade zur Klärung des Sachverhalts bei. Musikalisch sind die beiden Werke deutlich härter als die Vorgänger und behandeln die Brutalität der modernen Welt anhand einer postapokalyptischen Zukunftsvision.

Als musikalische Highlights von "Brutal Planet" dürfen vor allem der Titeltrack und "Wicked Young Man" gelten. Und es ist schon erstaunlich, wie der Industrial Metal der Neuzeit Einzug in die Hardrock-Welt des Alice Cooper hält. Auch "Sanctuary" und "It’s The Little Things" kommen ausgesprochen hart und energiegeladen rüber. Allein die Ballade "Take It Like A Woman" besänftigt die aufgeschreckten Gemüter ein wenig.

"Dragontown" ist – wie Cooper selbst erläutert – die schlimmste Stadt auf dem "Brutal Planet". Entsprechend alptraumhaft sind auch die Songstrukturen. Lyrisch wird das Konzept des Vorgängers mit dem erneuten Auftauchen des "Wicked Young Man" fortgesetzt und die biblische Hölle spielt eine gewichtige Rolle. So werden "I Just Wanna Be God" und "The Sentinal" aus der Perspektive Satans gesungen. Die Metalfraktion wird mit "Triggerman" und "Deeper" bedient, während Stücke wie "Sister Sara" mit orchestralem Bombast aufwarten und "Disgraceland" in parodistischer Form King Elvis alle Ehre macht.

Beide Alben sind es wert, in die Annalen der Cooper-Historie einzugehen. Allerdings mit leichtem Vorsprung für das frische "Brutal Planet".

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