Alice Cooper

Welcome 2 My Nightmare

Veröffentlicht: 16.09.2011 / Universal Music

Von: Andreas Weist

Alice Cooper

Das Album "Welcome To My Nightmare" markierte 1975 das Ende einer Ära, wenn viele dies auch gar nicht merkten. Nach der Auflösung der Band Alice Cooper war es das erste echte Soloalbum von Vincent Damon Furnier, der fortan auch solo unter seinem Bühnennamen firmierte. Das Werk mit dem prägnanten Cover war ein Konzeptwerk, bei dem die Figur des jungen Steven und seine Alpträume im Mittelpunkt standen. Alice Cooper und Produzent Bob Ezrin wollten die Zuhörer nicht beruhigen, sondern erschrecken: "Es gibt sie doch – die Monster im Schrank und unterm Bett".

Dreißig Jahre später war Cooper auf der Suche nach neuen Ideen. Bereits das 2008er Album "Along Came A Spider" war ein Konzeptwerk um einen Serienkiller, der seinen Opfern ein Bein ausreißt, um sich zu einer Spinne zu verwandeln. Eigentlich war ein zweiter Teil dieses Albums geplant. Cooper liebt theatralische Fortsetzungen, wie seine gekonnte Bühnenshow und auch Werke wie "Brutal Planet" und "Dragontown" stets aufs Neue zeigen. Mit dem 30jährigen Jubiläum des Nightmare-Albums kam man aber auf eine ganz andere Spur und entschloss sich, in der Zeit weiter zurück zu gehen und die Geschichte um die Alpträume weiter zu spinnen. Eigentlich hatte man dies 1976 mit "Alice Cooper Goes To Hell" schon mal versucht, aber das wollte nicht so recht funktionieren.

Wieder ist Bob Ezrin mit an Bord und es gibt neue Geschichten aus dem "Underland" (der Alptraumwelt), auch wenn kein direkter Bezug zur Story des kleinen Steven da ist. Selbst musikalisch muss man nach Anleihen erst einmal suchen. Die Pianolinien von "Steven" und "The Awakening" sind in leichten Abwandlungen vertreten und es werden einige Motive instrumental aufgegriffen. Insgesamt aber ist "Welcome 2 My Nightmare" ein komplett eigenständiges Werk. 1975 war es der Sound der 70er Jahre, der den Erfolg des Albums ausmachte. Nun transportiert man diesen in die Gegenwart, ohne ihn zu kopieren. Die Fortsetzung klingt härter, rockiger als das Original. Und selbst ein Song wie "When Hell Comes Home", der den Spirit der Vergangenheit ganz klar in sich trägt, ist kaum mehr als eine Hommage an die alten Zeiten.

Der Sound wird von Dick Wagner – mit dem Cooper schon mehrfach zusammen arbeitete – und Desmond Child geprägt. Ganz harmonisch startet der Opener "I Am Made Of You" und Alice führt erzählerisch in die Story ein, bevor die ersten harten Töne von "Caffeine" erklingen und er seine raue Stimme auspackt. Glanzvoll! Lullaby-Klänge beherrschen "The Nightmare Returns" und fortan befinden wir uns im theatralischen Horrorfilm-Soundtrack. Die Geschwindigkeit von "Runaway Train", die Jahrmarkt-Attitüde bei "Last Man On Earth", das Pseudo-Disco-Gehabe in "Disco Bloodbath Boogie Fever" – jeder Song steht für sich und führt in seinen eigenen Alptraum. Und zu "What Baby Wants" überrascht uns Alice gar durch ein Duett mit Dancefloor-Queen Kesha.

Wie bei "Along Came A Spider" finde ich auch auf "Welcome 2 My Nightmare" kein Ausfälle. Das Album ist noch um einiges vielseitiger als der Vorgänger und wird hoffentlich in der Live-Umsetzung stärker berücksichtigt. Hier sehe ich das große Manko des Meisters: Er fabriziert hochkarätige Rockalben, geht aber live stets auf Nummer sicher und präsentiert die alte Horrorshow mit den Hitsingles aus drei Jahrzehnten. Bald gibt es wieder Gelegenheiten, den Schocker auf der Bühne zu sehen. Mal sehen, was er sich diesmal einfallen lässt.

Tour 2011: 20.10. Chemnitz, Stadthalle - 21.10. Göppingen, EWS Arena - 22.10. Mannheim, Rosengarten - 12.11. Bremen, Pier III - 13.11. Mühlheim a.d.R., RWE Arena - 14.11. Berlin, Columbiahalle

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Tickets Night Of The Prog Festival
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Joe Cocker Tickets bei www.eventim.de