A Curious Thing

Der Begriff Dauerbrenner ist für Amy Macdonalds Trademarkhit "This Is The Life" eine plumpe Untertreibung. Mitte 2008 erschien der Song als Single und trotzdem läuft er auch fast zwei Jahre später im Radio noch hoch und runter als sei es die neueste und heißeste Entdeckung des unentwegt plappernden Knopfdruck-DJs. Fluch und Segen zugleich, denn die Nummer wird die junge Schottin wohl nicht mehr los. Ohne sie hätte ein zweites Album vielleicht nie entstehen können und jetzt, wo es entstanden ist, wird alles am Erfolg von "This Is The Life" gemessen werden.
Zwölf neue Songs enthält Amy Macdonalds zweites Album "A Curious Thing". Dominiert werden die Tracks, die das oft bemühte Genrespannungsfeld ’Rock/Pop’ nicht besser verkörpern könnten, erneut von dieser tiefen, ureigenen Schottenakzentstimme der 22-jährigen Britin. An einer kleinen Prise Folk (z. B. "This Pretty Face") lässt Macdonald es zwar auch auf ihrem Zweitling nicht fehlen, aber Stücke wie "An Ordinary Life", die erste Single "Don’t Tell Me That It’s Over" oder "Love Love" zeigen eindeutig, dass die hübsche Schottin eher in Richtung Power Pop unterwegs ist. Wo genau die Wurzeln – bzw. die Vorbilder – liegen, wird beim Hidden Track deutlich. Mutig versucht sich Macdonald an "Dancing In The Dark" vom Boss und macht ihre Sache durchaus anständig.
Den absoluten Megahit werden einige auf "A Curious Thing" vermissen. Allerdings kann genau das, das Glück der Amy Macdonald sein. Es werden wohl eher Menschen vom Zug abspringen, als dass neue Eintagshörer aufspringen. Diejenigen, die jedoch dabeibleiben, hat Amy Macdonald auf lange Sicht sicher. Das Erspielen einer nachhaltigen Fanbase braucht Zeit. Wer der Schottin also auch nach "A Curious Thing" die Treue hält, hat sich auf Längerfristiges eingestellt. Eine deutlich verringerte Hitdichte stellt die Roboter am Radiomikrofon vielleicht vor ein Problem, für Amy Macdonald ist sie vielmehr der Schritt zu einer langen Karriere, die trotz allem immer eng mit "This Is The Life" verbunden sein wird. Den Song werden die Drohnen im Radiostudio nicht mehr aus den Fingern geben.
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