Apocalyptica

7th Symphony

Veröffentlicht: 20.08.2010 / Columbia / Sony Music

Von: Astrid Weist

Apocalyptica

Vor 17 Jahren beschlossen ein paar verrückte Finnen, Metallica-Songs auf Cellos nachzuspielen. Mit dem unerwarteten Erfolg dieser Idee begann die Karriere der Band Apocalyptica, die mit leicht veränderter Besetzung bis heute besteht. Längst ist Apocalyptica keine Coverband mehr, sondern spielt heute fast ausschließlich rockige Eigenkompositionen auf der Basis von ungewöhnlichen Cello-Instrumentals – so auch auf ihrem siebten Studioalbum "7th Symphony".

Das Album ist tatsächlich symphonisch aufgebaut. Ausdrucksstarke und überwiegend düstere Instrumentalstücke gehen wie die Sätze einer Symphonie fast nahtlos ineinander über und lediglich vier Gesangsnummern sind in ihren Fluss eingebettet. Eröffnet wird "7th Symphony" vom kraftvollen "At The Gates Of Manala", das sich mit den ersten Takten quietschend anschleicht und dann mit voller Lautstärke los rockt. Durch die elektrische Verstärkung klingen die  3 Celli fast wie E-Gitarren und der Drummer gibt alles, um die Spannung zu halten. Am Ende geht das Stück in einen sanften melodischen Teil über, bei dem der akustische Celloklang dominiert.

Auch die übrigen Instrumentals bewegen sich zwischen diesen beiden Extremen – "2010" mit Gast-Drummer Dave Lombardo ist atmosphärischer und rhythmischer Hardrock, in "Beautiful" dagegen verweben sich fließende melancholische Melodien in fast klassischem Arrangement. "On The Rooftop With Quasimodo" scheint auch ohne Worte eine Geschichte zu erzählen und baut einen geschickten Spannungsbogen auf. Das getragenen "Sacra", das teilweise von einem finnischen Volkslied inspiriert wurde, geht aus seinem akustischen Schlussteil nahtlos über in das Pizzicato-Intro von "Rage Of Poseidon", mit dem die vier Musiker zum Abschluss nochmal alles geben.

Für die Gesangsnummern haben sich Apocalyptica wieder prominente Verstärkung aus der Szene gesucht. Gavin Rossdale singt den düsteren Rocksong "End Of Me", und Brent Smith von der Band Shinedown interpretiert die sich verzweifelt steigernde Ballade "Not Strong Enough". Bei "Broken Pieces" darf sich die Flyleaf-Sängerin Lacey über Percussion und klassischen Cello-Klängen entfalten, und Joseph Duplantier von Gojira brüllt sich durch die Heavy-Metal-Nummer "Bring Them To Light".

"7th Symphony" ist ein in sich stimmiges Werk, das vor allem Hardrock- und Metal-Fans begeistern dürfte, aber eben auch einige faszinierend klassische Elemente enthält. Apocalyptica beweisen mit diesem Album, dass die Idee des Cello Rock noch lange nicht ausgereizt ist!

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