Nightmare

Meister Portnoy von Dream Theater nimmt am Schlagzeug Platz, um den verstorbenen "Reverend" (James Owen Sullivan) zu ersetzen. Wenn das mal kein Grund ist, genau hin zu hören. Das fünfte Album der Kalifornier ist in vielen Gesichtspunkten vom Tod Sullivans geprägt: Es wurde ihm gewidmet, er hat vor seinem Tod einige der Songs geschrieben, manche Drum- und Vocalparts wurden noch von ihm eingespielt – und schließlich ist es eine besondere Ehrerbietung, dass Portnoy (den Sullivan als großes Vorbild betrachtete) sowohl beim Album mitspielt als auch für die anstehende Tour hinterm Schlagzeug sitzt.
In den USA erschien das Werk bereits Ende Juli und erklomm auf Anhieb Platz 1 der Billboard-Charts. Nicht übel für ein Album mit diesem Härtegrad. Die Themen Tod und Verzweiflung spielen eine tragende Rolle im Konzept von "Nightmare", was man schon dem aussagekräftigen Cover entnehmen kann. Mike Elizondo (Dr. Dre, Eminem) übernahm die Produktion des düsteren Albums, das Einflüsse aus den frühen Jahren von Avenged Sevenfold bis zur Gegenwart in sich trägt.
Der Titeltrack und "Welcome To The Family" erlauben einen äußerst kraftvollen Start mit harten Riffs und den obligatorischen Solo-Einlagen. Atmosphärischer wird’s ab "Buried Alive", das mit Streichereinsatz auch ruhigere Passagen beinhaltet. "Natural Born Killer" erinnert an die Anfangstage der Band, während "God Hates Us" zum härtesten gehört, was Avenged Sevenfold bislang geboten haben. So werden alle Geschmäcker bedient. Mein Highlight: "Fiction" – eine Ballade, die wie das Vermächtnis des Reverend klingt und neben seinen Vocals auch noch feine Pianoparts enthält, die er vor seinem Tod eingespielt hat. Der vielschichtige Longtrack "Save Me" beschließt ein Album, das mit jedem Hördurchgang noch an Größe gewinnt.
Kurz zu Portnoy: Der Perfektionist tut das, was alle von ihm erwartet haben. Er spielt seine Parts perfekt ein. Es wird Spaß machen, ihn mit Avenged Sevenfold live zu erleben.