BAP

Das BAP-Flightcase - Die ersten 4 (Box Set)

Veröffentlicht: 24.03.2006 / EMI

Von: Thomas Kröll

BAP

30 Jahre BAP – das muss gefeiert werden. Und zwar ausgiebig! Nach der „Dreimal zehn Jahre“-CD und –DVD, der noch bis Mai laufenden Jubiläums-Tournee, dem Buch zur Greatest Hits-Tour („BAP – Die Songs 1976-2006“ von Oliver Kobold) und dem Buch zum Jubiläum („BAP – Nach dreißig Jahren“ von Fritz W. Haver) gibt es nun quasi als Schmankerl noch dieses schmucke Flightcase.

Für alle die es nicht wissen sollten: Flightcases sind stabile Transport-Kisten oder –Koffer. Die häufigste Bauart besteht aus Multiplex-Schichtholz mit Aluminiumkanten und Stahl-Kugelecken. Die Deckel werden in der Regel von sogenannten Butterfly-Verschlüssen gehalten (stabiler Schnapp- und Drehmechanismus). Häufig haben größere Flightcases festmontierte, stabile Rollen, die den Transport erleichtern (sagt Wikipedia). Damit transportieren die Techniker auf einer Tournee jegliches Material sicher und trocken von einem Ort zum nächsten.

Das BAP-Flightcase ist natürlich kleiner als seine rollenden grossen Brüder. Mit 198 mm in der Breite, 131 mm Tiefe und einer Höhe von 130 mm bringt es aber trotzdem ein beeindruckendes Maß für die heimische CD-Sammlung mit. Schließlich muss in dem Teil auch so einiges verstaut werden. Satte vierzehn CDs um genau zu sein. Und um es ganz genau zu sagen: Alle bisherigen Studioalben von BAP. Und beim Erwerb dieses limitierten und nummerierten Flightcases gibt es gleich die ersten Vier dazu, alle natürlich Digitally Remastered. Angefangen bei „...rockt andere kölsche Leeder“ von 1979 (diesmal ohne aufgeklebte Dompostkarte), über „Affjetaut“ (1980) und „Für Usszeschnigge“ (1981) bis hin zu „Vun drinne noh drusse“ (1982). Danach gab es übrigens das grandiose Live-Album „Bess demnähx“, das aber leider nicht im Set enthalten sein wird.

Aber schon alleine mit dieser Latte an Songs könnte man stundenlang in Erinnerungen schwelgen. An „Das große Sch-bi-du“, an „Nippes, Ihrefeld und Kreuzberg“, an „Anna“ oder den „Jupp“. Passend zur Fussball-WM hängen wir wieder „De Fahn eruss“ oder tanzen mit der „Ruut-wieß-blau querjestriefte Frau“. „Wenn et Bedde sich lohne däät“ hätte es die „Kristallnaach“ oder „Zehnter Juni“ womöglich nie gegeben. Ich persönlich freue mich besonders über das Wiederhören mit „Ahn`ner Leitplank“, einem oftmals zu Unrecht vergessenen BAP-Song. Und so könnte es endlos weitergehen, immerhin sind auf den vier Alben 40 Stücke verewigt.

Doch damit nicht genug! Jedes der regulären Alben kommt in der Ausführung als Doppel-Album, weil inklusive Bonus-CD daher. Auf diesen finden sich dann noch Outtakes, B-Seiten, Demoversionen, Live-Versionen und jeweils ein äußerst kurzweiliges und deshalb besonders zum Hören empfohlenes Gespräch, das Wolfgang Niedecken mit Frank Laufenberg über die entsprechenden Phasen geführt hat. Musikalisch gibt es insbesondere aus den Anfangstagen von BAP noch so manche Perle wie „Chauvi Rock“, „Neuleed“ und „Aachterbahn“ (beide in einer Proberaum-Version von 1980), das „Peter Gunn/Brand New Cadillac-Medley“ (live in Köln, 1988) oder „Nemm mich met“ von der 1999er „Tonfilm“-Tour zu entdecken und zu geniessen. Das ist ganz grosses Kino, meine Herren!

Bei der Gestaltung der Booklets haben BAP übrigens diesmal bewusst auf den Abdruck der Songtexte verzichtet. Dafür sind Anekdoten und Erklärungen zu den einzelnen Songs von Wolfgang Niedecken abgedruckt und jede Menge alter Fotos. Beispielsweise vom Ur-Bassisten Wolfgang Klever oder dem ersten Keyboarder Bernd Odenthal. Von Niedecken mit Mick Jagger oder mit Blondie, seinem damaligen Hund, Klaus „Major“ Heuser ohne Hut oder alle zusammen beim Autogrammeschreiben. Ergänzt wird das Ganze noch mit diversen Collagen aus Tourpässen, Zeitungsschnipseln oder Buttons („83 darf kein Raketenjahr werden!“). Wahnsinn!

Es lohnt sich also, dem Weg unseres Flightcases bis zum Ende zu folgen. Der Plan sieht dabei folgendes vor: Im Laufe diesen Jahres werden zunächst im Mai in einem weiteren Vierer-Schritt bis einschließlich „X für e`U“, dann in zwei Dreier-Schritten (August und Oktober) alle übrigen zehn Studioalben von BAP bis hin zu „Sonx“ in der gleichen (Höchst-)Form erscheinen und so nach und nach das Flightcase komplettieren und zu einem echten Sammlerstück machen! Wer das verpasst ist selber schuld! Aber keine Angst, wir werden euch selbstverständlich auf dem Laufenden halten...

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