Das Fenster zum Berg (EP)

O zapft is! Der Berg ruft? Wohl eher, Heimat ist, wo du geboren bist. Oder wie sonst kann man sich diese wirklich außergewöhnliche EP erklären? Dass die Töpfe eine starke Verbindung zu Oberbayern haben, ist ja kein Geheimnis. Aber eine EP mit Songs von ihrem letzten Album "Wir" gemixt mit Blasmusik? Selbst dem Holzmichl würde sich da auf den ersten Blick der Magen umdrehen. Aber man will ja gnädig sein, denn jeder hat eine Chance verdient und das Quartett aus Bayern hat mit ihrem Sechstling "Wir" ja auch ein recht solides Album abgeliefert. Ganz vorsichtig wird die CD also in den Player eingespielt. Man drückt auf "play". Und dann denkt man sich nur noch: Mei kruzidirkn, wes is des für a Schmarrn? Oder so ähnlich zumindest.
Den Herren aus Freising alle Ehre, aber man kann wirklich froh sein, dass sich der Vierer entschieden hat, hier nur eine EP herauszubringen. Ist der Opener "Fenster zum Berg" noch auf das Konzept an sich bezogen, lassen die anderen vier Songs "Solala", "Hunger", "Wir" und "Supereinfachschwierig" wirklich keine Zweifel offen, dass die Kollaboration mit der Blaskapelle Münsing nur was für heimische Hüttengaudis ist. Von den Instrumentals der jeweiligen Songs will ich gar nicht erst anfangen.
An sich ist Idee ja ganz nett, mal ein Album dieser Art herauszubringen. Oder generell andere Versionen von Songs aufzunehmen. Vergessen ist dabei auch nicht die geniale Version von "Manfred Mustermann", welche zusammen mit dem hr-Sinfonieorchester vor einiger Zeit aufgenommen wurde (hier könnt ihr es euch anhören). Man hätte vielleicht einfach ein Konzept rund um die Heimat und die bayrische Kultur aufbauen können, vielleicht ein bis zwei Holzmichl-Lieder covern können und vielleicht einen ihrer Klassiker auf bayrisch einträllern können – gut, bei "Hunger" wird das zwar im Refrain gemacht, retten tut es den Song trotzdem nicht – dann hätte das Gesamte VIELLEICHT um einiges besser aussehen können. Aber auch nur vielleicht.
Klar, Blumentopf bleibt eine Instanz für sich. Daran wird diese EP auch nichts ändern. Mit wunderbaren Texten und fetten Beats wird die Band auch weiter ihren Weg in Deutschlands Musiklandschaft gehen. Nur vielleicht nächstes Mal lieber ohne eine Blaskapelle.