Broken Bells

Broken Bells

Veröffentlicht: 05.03.2010 / Sony Music

Von: Simon Baranowski

Broken Bells

Hinter dem Namen Broken Bells verstecken sich keine geringeren als The Shins Frontmann James Mercer und Produzent und Gnarls Barkley-Hälfte Brian Burton, besser bekannt als Danger Mouse. Kennengelernt haben sich die beiden schon 2004. 2008 bei den Aufnahmen zum (nicht erschienenen) Album "Danger Mouse And Sparklehorse Presents: Dark Night Of The Soul", bei dem Mercer als Gastsänger auftaucht, entstand dann auch endlich eine musikalische Grundlage. Daraus wurde dann mehr und Broken Bells wurde ins Leben gerufen.

Ins Gewicht fällt natürlich die prägende Stimme Mercers und der damit verbundene Shins-Sound. Für alle Fans der ruhigen Shins-Melodien sei bereits an dieser Stelle gesagt, dass man blind zugreifen kann. Hier und da werden einem 80er Styles in den Gehörgang gepustet, ja geflüstert. Aber letztendlich erstreckt sich das ganze Album doch über leisere Töne. Chillig hätte man zu einer anderen Zeit sicherlich gesagt. Die erste Singleauskopplung "The High Road" gibt dem ganzen gleich zu Beginn den richtigen Einstieg. Sanfte, verspielte Melodien, die nicht unbedingt kompliziert wirken aber doch viele Feinheiten in sich verbergen. Fast zu vermuten, dass einige Songs aus dem sicherlich existierenden Shins-Fundus herausgekramt worden sind. Da fällt es teilweise schon schwer den Danger Mouse-Anteil herauszufiltern. Selbst Orgeleinlagen und den etwas pompöseren Bass traut man seit "Wincing The Night Away" auch den Shins zu. "The Ghost Inside", "Mongrel Heart" und "The Mall And Misery" sind von dem zehn Songs umfassenden Debüt dann diejenigen, die den Danger Mouse-Wiedererkennungswert haben. Broken Bells hat aber das Problem, dass es zu schnell versinkt und stetig auf einer Ebene wandert ohne mal einen Abstecher ins etwas Flottere oder Experimentelle zu wagen. Beide Künstler vertrauen auf das, was sie können. Da hätte man doch gerne etwas mehr erwartet, denn grade bei Mercer kann man sich alternativ ja die Shins Platten auflegen.

Gespannt wird da die Aussage von Broken Bells verwertet, dass es bei dem selbst betitelten Debüt nicht um eine einmalige Sache handelt, sondern dass viel mehr eine langfristige Sache daraus geplant wird. Vielleicht erhaschen uns dann auf einen der kommenden Veröffentlichungen etwas forschere Töne. Nicht das die Songs schlecht sind, aber es fehlt trotz aller Innovation, wie beim wundervollen "Sailing To Nowhere", einfach an Pepp und Spritzigkeit. Da helfen auch diverse Referenzen seitens Danger Mouse nichts (Gorillaz, The Good, The Bad And The Queen, Beck, The Rapture), wenn die Beats und Basslines eher zum Dösen verhelfen als alles andere. Trotz zehn wunderschöner Songs liefern Broken Bells somit einen leider etwas trägen Eindruck ab. Die Gefahr des Nickerchens ist immens groß. Das macht die Songs nicht schlecht, mindert aber den sonst respektvollen und positiven Eindruck. Sechs von neun, denn die Träume, die durch diese Musik untermalt werden, können nur schön sein.

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