Buffalo Tom

Three Easy Pieces

Veröffentlicht: 06.07.2007 / Blue Rose Records / New West Records

Von: Sascha Knapek

Buffalo Tom

In den letzten zehn bis zwölf Monaten schlugen die Herzen etlicher musikalischer Kinder der 90er Jahre sicherlich um einiges höher. Damals als „Alternative“ noch mit stolzer Brust auf die Frage „Was für Musik hörst du so?“ geantwortet werden konnte. Die Lemonheads, Dinosaur Jr. oder die Meat Puppets sind nur drei Bands die sich in letzter Zeit aus längeren Schaffenspausen mit soliden bis sehr guten Spätwerken zurückgemeldet haben. Buffalo Tom sind die vorerst letzte Combo die sich aus so einer Auszeit (denn offiziell aufgelöst haben sich die Bostoner nie) verabschiedeten und nun mit „Three Easy Pieces“ den ersten Longplayer seit knapp neun Jahren auf den Markt gebracht haben.

Am Line-up hat sich seit der Buffalo Tom-Gründung im Jahr 1986 nichts geändert. Bill Janovitz (u.a. Gesang, Gitarre), Chris Colbourne (u.a. Gesang, Bass) und Tom Maginnis (Drums/Percussion) heißen die drei Protagonisten deren Zusammenspiel wir Ewigkeitsnummern wie „Tangerine“, „Crutch“ oder „Summer“ zu verdanken haben. Die drei alten Hasen produzierten und schrieben auch die dreizehn Tracks des neuen Albums gemeinsam.

Als „Three Easy Pieces“ hier ankam und den Weg direkt in meinen CD-Player fand, hielt ich kurz inne und fragte mich was da wohl gleich als erstes zu hören sein würde. Ich wettete mit mir selbst, dass die ersten Töne des Albums aus den unverwechselbaren Buffalo Tom-Bassläufen bestehen würden. Die, die du überall wiedererkennst, die wabernd durch Mark und Bein gehen und die so viele Songs dieser Band als Dynamo im Hintergrund begleiten. Ich lag falsch. „Three Easy Pieces“ beginnt mit einer Gitarre. Aber nach wenigen Sekunden folgt der angesprochene Bass, der sich gewohnt positiv durch die komplette Platte frisst. „Bad Phone Call“ ist die erste Singleauskopplung und ein starker Track. Die Befürchtung, dass da eine Band eventuell (zu) alt geworden sein könnte, ist schon nach dieser druckvollen Mid-Temponummer, ein perfekter Opener, so gut wie verflogen. Gleich beim zweiten Track, dem Titelsong der samt mitreißendem Refrain daherkommt, gibt Janovitz die Lead-Vocals an Colbourn ab. Über die gesamte Platte verteilt merkt man, dass Colbourn größere Vocalparts als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren zugestanden bekommt. Die rauchig-kratzige Stimme Janovitz’ wird von der helleren, freundlicheren Colbourns perfekt ergänzt und bietet bei „Renovating“ oder dem langsamen „Pendelton“ (mit tonangebendem Piano) eine willkommene Abwechslung. Das Whiskeyorgan von Janovitz gibt Nummern wie „You’ll Never Catch Him“, „Lost Downtown“ oder „Thrown“ dieses gewisse Buffalo Tom-Etwas. Bei diesen Songs wird offensichtlich mit wem man es hier zu tun hat. Einer alten Klangliebe aus lange vergessenen Tagen, die einen nach den ersten markanten Worten, dem Einsatz des treibenden Basses und der schrammeligen Gitarren (von poppig, über hart shreddend, bis verträumt country-esque) dazu einlädt einen langen Spaziergang zu machen. Musik über die und mit der man gerne nachdenkt.

Im vierten Song des neuen Albums, „Bottom of the Rain“, singt Bill Janovitz: „Where are all those golden years?“. Die goldenen Buffalo Tom-Jahre verbinde ich mit den Scheiben „Let Me Come Over“ (1992) und “Sleepy Eyed” (1995). Zwischen ihnen und „Three Easy Pieces“ liegt weit mehr als eine Dekade. Die neue Platte beweist aber, dass solche „goldenen Jahre“ auch nach langen Pausen fortgesetzt werden können. 2007 wird ein Edelmetalljahr für Buffalo Tom. Es dauert einen „Three Easy Pieces“-Durchlauf um die vermeintlich verlorenen neun Jahre davor zu vergessen. Im Oktober sollen sogar deutsche Livedaten folgen. Das freut!

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Joe Cocker Tickets bei www.eventim.de