Carsten Klatte

Den Namen schon mal gehört? Richtig – der Berliner Carsten Klatte ist unter anderem Gitarrist bei Wolfsheim und Peter Heppner, spielt bei der Formation Project Pitchfork mit und ist auch sonst ein recht umtriebiger Sänger, Musiker und Komponist. Hin und wieder nennt man ihn die "Wiedergeburt von Johnny Cash" oder versucht den Country-Style mit "Neo-Western" zu umschreiben. Doch das alles wird dem Multitalent nicht gerecht.
Die Musik, irgendwo zwischen Blues und Folk, zwischen Punk und Rock’n’Roll, könnte auch einem Tarantino-Soundtrack entstammen. Nicht von ungefähr ist Ex-Tito and Tarantula-Drummer Achim Färber mit von der Partie. Als Dritten im Bunde findet man Ausnahmegeiger Neil Black bei fünf Songs – an anderen Stellen Sebastian Scheibe und Mathias Klatte.
"Carsten Klatte" ist nicht wirklich ein Debüt, denn es gab schon Soloalben unter dem Namen Lacasa del Cid. Und auch hier hört man den Sänger mit reiner, sonorer Stimme, die das ganze Album hindurch die Atmosphäre bestimmt. Die Instrumentalbegleitung hält sich angenehm zurück und lässt die Vocals wirken – sei es zu akustisch anmutenden Gitarren oder zu dezenten Streicherklängen. Mal zart und schön, mal dunkel und melancholisch. So wie Cash halt, oder wie Nick Cave.
Nach dem traurigen Abschluss mit "Who Can See" bleibe ich allerdings etwas leer zurück. Das Album ist virtuos eingespielt – ohne Frage –, doch irgendwo fehlt der Pep. Alles wirkt zu getragen. Wenn man in der richtigen Stimmung ist, wird’s funktionieren.
Live-Termine stehen derzeit an:
07.04.10 Kiel // Schaubude
21.04.10 Berlin // Intersoup
15.05.10 Hamburg // Myspace Showcase in der Markthalle
17.05.10 Berlin // White Trash
13.06.10 Berlin // live auf Radio Fritz kenFM
31.07.10 Berlin // Zimmer 16 b