Chris Field

Powis Square

Veröffentlicht: 24.08.2007 / FOD Records / Soulfood Music

Von: Günther Schuhbäck

Chris Field

Aus Kanada kommend und mit einem Ur-Ur-Großvater gesegnet, der als erster Mensch versuchte den Ärmelkanal zu überqueren, schaut uns Chris Field mit großen Augen vom Cover seines neuen Albums „Powis Square“ an. Durch die zuverlässige Versorgung mit einer Menge schäbiger Tapes seines Cousins in England, kam Chris Field schon früh in Berührung mit den Songs der Beatles, Stones oder Small Faces.

Mit 18 zog er aus der Provinz nach Vancouver, wurde dort schnell Teil des Undergrounds und spielte als Support von Jon Spencers Blues Explosion. In langen Nächten mit Jack D. und Marlboros ohne Ende, lernte er Hunter S. Thompson kennen. Als es mit der Vancouver-Szene langsam abwärts ging, ging Chris Field nach Toronto und wurde dort schnell ein Kultstar. Er supportete die Super Furry Animals und Guitar Wolf.

Es folgte ein Anruf von Bob Rose, der eine Kopie seines ersten Albums bekommen hatte und Chris Field verschlug es nach London. Auf dem Flug dorthin lernte er noch Sam Brown kennen, die auch gleich einem Song auf „Powis Square“ ihre Stimme leiht.

Neben Bob Rose (George Harrison, Roy Orbison, Pulp, Suede, Julian Lennon usw.) als Produzent, wirkten am Bass Nigel Harrison (Blondie, Iggy Pop), Robbie Blunt (Robert Plant, Iggy Pop) und Drummer Manny Elias (Peter Gabriel, Tears For Fears) an diesem Album mit. Sam Brown macht die Guest Vocals, Sir George Martin (Beatles) überwachte den Final-Mix und Ray Davies von den Kinks gab dem Album noch seinen Segen.

Was soll da dann noch schief gehen?

Glücklicherweise nur sehr wenig. Die ganze Platte klingt sehr magisch, irgendwie retro, aber modern, spannend. An allen Ecken gucken Altbekannte aus längst vergangenen Zeiten vorbei und man ist versucht, doch noch mal „Goats Head Soup“, oder irgendwas von den späten Beatles aus dem Schrank zu holen. Doch vorher muß man diese Platte zu Ende hören, um zu wissen, wen der kleine Chris Field noch so alles auf den Tapes seines Cousins zu Gehör bekam. Überall dampft, rockt und bluest es und mit „Make It Tonight“, begleitet von der großartigen Sam Brown, ist Chris Field auch noch ein veritabler, radiotauglicher Popsong gelungen. Er kopiert nicht seine Vorbilder, alles was er spielt ist authentisch. „Powis Square“ ist eine Platte, die einfach Spaß und gute Laune macht, gerade weil überall die alten Helden durchscheinen.

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