Generation X

Es gibt sie also noch: traditionelle Metalbands, die solide Riffgewitter ohne Schnörkel schaffen und über einen pathetischen Shouter alter Schule verfügen. Crystal Tears haben mit Ian Parry (Ex-Elegy, Ex-Vengeance) einen neuen Sänger an Bord, der sie qualitativ einen Quantensprung nach vorne bringt. Die Truppe stammt aus Griechenland, was an den Namen der übrigen Bandmitglieder Dimitris Goutziamanis (Gitarre), Stratos Dionisopoulos (Bass) und Chrisafis Tantanozis (Drums) unschwer zu erkennen ist. Das instrumentale Trio liefert zu den Kompositionen des Drummers (!) einen fulminanten Job ab.
Die Mischung aus rohem Power Metal, klassischem Hardrock und vielen melodischen Elementen funktioniert vom starken Einstieg "Inner Spirit" bis hin zum temporeichen Quasi-Titeltrack "The X Generation". Die heroischen Texte stammen bis auf eine Ausnahme von Ian Parry. Nur die Hymne "Rock Until We Fall" wurde auch textlich von Chrisafis geprägt.
Man merkt den Stücken an, dass sie häufig um die Rhythmus-Gruppe herum komponiert wurden und das Schlagwerk eine dominante Rolle einnimmt. Das tut den Songs merklich gut. "Heroes" besticht durch seine melodische Ausrichtung, "Nightmare Serenade" verfolgt analog zur Mr. Jekyll & Dr. Hyde-Story musikalisch den Kontrast zwischen harmonischer und aggressiver Ausrichtung (Opeth lassen grüßen) und "In The Beginning" legt sich mächtig ins Zeug, um den Härtegrad ein weiteres Mal anzuziehen.
Produzent R.D. Liapakis von Mystic Prophecy hat gute Arbeit geleistet und aus dem Album ein stimmiges Einstiegswerk für den neuen Fronter gemacht. 43 Minuten Metal vom Feinsten, die die Szene aufhorchen lassen werden. Obendrauf gibt’s die "Nightmare Serenade" als Bonus-Videoclip.