David Bowie

Live – Santa Monica ´72

Veröffentlicht: 27.06.2008 / EMI

Von: Günther Schuhbäck

David Bowie

1972 - David Bowie hatte die Alben „Hunky Dory“ und „The Rise And Fall Of Ziggy Stardust And The Spiders From Mars“ veröffentlicht und mit eben jenem Ziggy Stardust eine Kunstfigur erschaffen, die ihm seinen endgültigen internationalen Durchbruch und seine bis heute andauernde Anerkennung als einer der bedeutendsten Künstler der Rock- und Popgeschichte bescheren sollte.

Während seiner ersten U.S. Tour 1972, fand am 20.10. das legendäre Konzert im „Santa Monica Civic Auditorium“ von Los Angeles statt. Schon bald waren die illegalen Mitschnitte dieses Auftritts in Umlauf und entwickelten sich zu einem der teuersten Bootlegs der damaligen Zeit, aber auch zu einem der besten.

Jetzt, 36 Jahre später, erscheint nun dieser Konzertmitschnitt regulär und offiziell und schon die Verpackung macht deutlich, um was für ein außergewöhnliches Stück Musikgeschichte es sich hier handelt. Eingepackt in einen schönen Pappkarton mit einer Nachbildung des Tickets vorne drauf, findet der geneigte Bowie-Fan und -Sammler im Inneren vier Autogrammkarten, ein Heft mit Setlist und Fotos des Konzerts, sowie Tourplakat und Besprechung aus der damaligen Zeit.

Die Band, allen voran Mick Ronson an den Gitarren, ist auf dem Höhepunkt ihrer Spielfreude und setzt die ohnehin schon genialen Kompositionen des Meisters in allerbester Manier live um. Doch spielen sie nicht nur die Songs der genannten beiden Alben, auch „Space Oddity“, der Song, der die Fernsehübertragung der ersten Mondlandung untermalte, „The Width Of A Circle“ (von „The Man Who Sold The World“), eine Interpretation von Jaques Brel´s „My Death“ und dem unvermeidlichen „Waiting For The Man“ von Velvet Underground sind mit von der Partie. Das Soloalbum des Sängers von Velvet Underground, Lou Reeds „Transformer“, produzierte Bowie dann 1972 auch gleich noch, ebenso wie ein Album von Iggy Pop.

Die Aufnahme kommt sehr frisch daher und Bowie und seine Band spielen hier Sachen, aus denen alle heutigen „jungen“ Rockbands, sei es aus Skandinavien oder auch Britannien selbst, immer noch maßlos plündern. So kann man die Bedeutung dieses sich bis heute immer wieder neu erfindenden Musikers kaum zu hoch einschätzen.

Noch bis Mitte 1973 ließ Bowie „Ziggy Stardust“ auftreten, bis dieser dann bei einem Konzert im Hammersmith Odeon für immer abtrat. Auch dieses Konzert gibt es als CD zu kaufen, jedoch ist hier das Bootleg um Längen besser, als die offizielle Veröffentlichung (den Film dazu gibt es auch).

Doch Bowie kam wieder, zunächst als „Thin White Duke“, doch auch in all den Jahrzehnten später in immer wieder neuen Rollen, als Komponist, Musiker und auch Schauspieler. Und meistens war er großartig.

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