David Bowie

Space Oddity – 40th Anniversary Edition

Veröffentlicht: 09.10.2009 / EMI

Von: Andreas Weist

David Bowie

Noch ein 40jähriges Jubiläum – 1969 war nämlich nicht nur das Jahr von Woodstock und der ersten Mondlandung, sondern auch das Jahr, in dem David Bowie mit seinem Werk "Space Oddity" in gewisser Weise beide Ereignisse miteinander verknüpfte. Die Textzeile "Ground Control To Major Tom" gehört ohne Zweifel zu den bekanntesten Albumstarts der Musikgeschichte und hat nicht nur Peter Schilling zu seinem NDW-Partyhit inspiriert, sondern Generationen von Musikern beeinflusst. Aus Anlass des Jubiläums erscheint nun eine Doppel-CD-Ausgabe im Digipack, ausgestattet mit umfangreichem Booklet, dem remasterten Originalalbum und 15 zum Teil unveröffentlichten Bonustracks auf CD 2.

"Space Oddity" erschien als zweites Album des exzentrischen Briten und sollte nach dem Debüt, das nicht den versprochenen Erfolg erzielte, ein Neubeginn werden. Bowie führte zwar die von Folkmusik geprägte Schiene in Ansätzen fort, erweiterte dies aber zu einer ganz neuen Melange aus sphärischen Klängen und progressiven Anleihen, die man allenfalls von Bands wie Pink Floyd kannte. Heute ist das Werk allgemein als "Space Oddity" bekannt – in der Diskographie taucht es verwirrenderweise aber auch gerne mal unter dem Titel "Man Of Words, Man Of Music" (so erschien es in den USA) oder "David Bowie" (der ursprüngliche Albumtitel in GB, der aber auch schon Titel des Debüts war) auf.

Zum Titeltrack wurde Bowie von Stanley Kubricks Saga "2001: Odysee im Weltraum" inspiriert, dessen Spirit er hervorragend eingefangen hat. Major Tom startet allein in den Weltraum, kommuniziert mit der Bodenstation und zum Ende des Songs bricht die Verbindung unvermittelt ab. Großes Kino – auch aus musikalischer Sicht. Dass Bowie später aussagt, er habe damit einen Drogentrip beschreiben wollen, trägt noch weiter zur Legendenbildung bei.

Die weiteren Songs umfassen die sehr breite Palette von Folk ("Unwashed And Somewhat Slightly Dazed"), melancholischen Balladen ("Letter To Hermione") und einer musikalischen Hommage Richtung Hippie-Bewegung ("Cygnet Commitee") – alles versehen mit deutlichem psychedelischen Einschlag. Bowie hatte vielleicht seine musikalische Basis noch nicht endgültig gefunden, doch er war auf dem richtigen Weg dorthin. Tiefgreifende Lyrics machten ihn zum Vorreiter für neue Kunstformen. Der Songwriter wird zum Geschichtenerzähler.

Klanglich ist die remasterte Version allererste Sahne. Und dann kommt ja noch die Bonusdisc: 15 Stücke, davon acht bisher noch nie veröffentlicht. Es gibt die erste Demoversion von "Space Oddity" und ein Demo von "An Occasional Dream". "Ragazzo Solo, Ragazza Sola" ist tatsächlich eine italienische Version des Titeltracks. Alternative-Albummixe, Singleversionen und B-Seiten haben ebenso den Weg auf die Zusammenstellung gefunden wie drei Songs einer BBC Radio Session vom 20. Oktober 1969.

Das Booklet enthält umfangreiche, ordentlich illustrierte Liner Notes aus der Feder von Kevin Cann und eine umfassende Zeitleiste vom Erscheinen des Kubrick-Films im Mai 68 bis zum Single Release "Memory Of A Free Festival Part 1" im Juni 1970. Wer einen kompletten Überblick zu dem Meisterwerk haben möchte, liegt mit dieser Veröffentlichung goldrichtig.

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