Black & White

Ein Trio aus Japan, das astreinen Garagen-Punk produziert und sich nach der ehemals führenden Musikstadt Detroit benennt? Da wird die Welt mal wieder zum Dorf und Einflüsse unterschiedlichster Kulturen vermischen sich zu neuen Ideen. Detroit7 haben die Industriestadt, die ihnen den Namen gibt, zwar noch nie besucht – es gelingt ihnen aber, den Spirit von Vorbildern wie Alice Cooper, Kid Rock und den White Stripes einzufangen und ein solides Rockalbum abzuliefern.
Ein Garant dafür ist sicher Stan Katayama, der bereits für Rage Against The Machine tätig war und jetzt das Werk der Japaner aufpoliert (oder besser: aufgeraut) hat. Türen zu und Vollgas. Die Band besteht aus zwei holden Weiblichkeiten, nämlich Tomomi Nabana an Vocals und Gitarre sowie Miyoku Yamaguchi am Schlagwerk, unterstützt von Bassist Nobuaki Kotajima. Zu dritt geht’s 40 Minuten lang in die Vollen. Harte Riffs und die prägnante Stimme Tomomis beherrschen von Beginn an das Geschehen. Bodenständig, aber ohne echte Highlights. Erst "24 Hours" lässt mich mit seinem rhythmischen Grundgerüst aufhorchen. Später finden sich der hymnische Kracher "Down Beat" und das ordentlich abrockende "Zelda". Zum Abschluss wird Richard Berrrys Klassiker "Louie Louie" in dreckiger Garagenmanier verwurstet. Cool!
Spannend wird’s auch, wenn die Songs in japanischer Sprache erklingen: "Stooges", "24 Hours" und "Torch Song" sind zumindest streckenweise in der Muttersprache angelegt, was witzigerweise oft gar nicht auffällt, da Tomomi die Vocals in echter Punkmanier vor sich hin nuschelt und augenscheinlich mehr Wert auf eine geniale Gitarrenarbeit als auf perfekte Aussprache legt.
"Black & White" ist in Japan schon länger auf dem Markt und soll nun auch bei uns als Sprungbrett für das spielfreudige Trio dienen. Es funktioniert – aber nur in einem gewissen Rahmen. Dreckig, rotzig und frech bedient man zwar die gängigen Klischees der Szene, mir fehlt aber eine Form von Eigenständigkeit. Wären nicht die exotischen Namen der Bandmitglieder und der hübsche Akzent der Sängerin, könnte man Detroit7 zusammen mit Tausenden anderer Bands in die berühmte Schublade stecken. Ein Alleinstellungsmerkmal kann ich hier nicht ausmachen.
Ab dem 5. März 2010 ist "Black & White" auch bei uns erhältlich und kurz darauf geht es auf Konzertreise durch Deutschland. Startschuss ist am 9. März in Köln:
09.03.2010 - Köln, Sonic Ballroom
10.03.2010 - Hamburg, Hafenklang
12.03.2010 - Flensburg, Volksbad
13.03.2010 - Berlin, White Trash Fastfood
16.03.2010 - Berchtesgaden, Kuckucksnest