Smokey Rolls Down Thunder Canyon

Devendra Banhart ist einer derjenigen, die man eher als Künstler denn als Musiker bezeichnen würde. Dies liegt nicht nur an seinem absolvierten Kunststudium, sondern ist vor allem in seiner Musik begründet. Anstatt sich in einem bestimmten Musikgenre auszutoben, versucht Banhart, die ganze Bandbreite an Möglichkeiten auszuschöpfen. Es gab schon etliche, denen das nicht gelungen ist, doch Banhart fährt gut damit, epische Klänge, solide Rockmusik und allerlei andere Musik in einem einzigen Werk unterzubringen.
Trotzdem ist „Smokey Rolls Down Thunder Canyon“ ein ungewöhnliches Album, an das man sich langsam aber sicher herantasten muss. Den größten Fehler würde man nämlich machen, das Werk direkt nach dem ersten Durchhören einzustampfen. Denn „Smokey Rolls Down Thunder Canyon“ hat durchaus seine Qualitäten. Einen großen Anteil daran haben sicher die vielen Gastmusiker. Darunter die feste Band bestehend aus Luckey Remington, Greg Rogove und Pete Newsom.
Das ein oder andere Mal denkt man, dass Banhart sich dabei zu viele Elvis-Stücke angehört hat. Referenzen zu diesem werden nämlich besonders auf dem zweiten Stück des Albums "So Long Old Bean" besonders deutlich. Nach dem Sound der Musik zu urteilen, ordnet man den Mann hinter „Smokey Roll Down Thunder Canyon“ eher den späteren Semestern zu. Doch der nicht allzu sesshafte und oft herumreisende Banhart ist im Jahre 1981 geboren und hat deshalb noch eine lange glänzende Musikkarriere vor sich.
Besonders, wenn er so bezaubernde und abwechselungsreiche Songs wie auf „Smokey Rolls Down Thunder Canyon“ schreibt. Dabei ist er vor allem professioneller als auf seinem Erstling „Oh Me Oh My The Way The Day Goes By The Sun Is Setting Dogs Are Dreaming Lovesongs Of The Christmas Spirit“ vorgegangen. Nahm der Künstler damals noch von Anrufbeantwortern auf, sorgt nicht zuletzt Produzent Georgeson hier für die richtige Mischung aus vielen kreativen Ideen und atmosphärischen, teils düsteren Sounds.