Diana Krall

Quiet Nights

Veröffentlicht: 27.03.2009 / Verve / Universal

Von: Jessica Walther

Diana Krall

Wie oft ist genug? Wieviele Versionen von "The Girl From Ipanema" oder wie in diesem Fall "The Boy From Ipanema" muß es geben? Wer sich solche Fragen stellt, ist bei der neuen Diana Krall-CD völlig falsch.

"Quiet Nights" beinhaltet nicht ein eigenes Stück der kanadischen Pianistin, sondern ist eine Auswahl ohrschmeichelnder Bossa-Nova-Jazz-Pop-Stücke, die den Hörer von der ersten Sekunde einlullen. Wie auf Wattebäuschen schwebend, gleitet die Musik dahin und Diana Krall haucht einem förmlich die Texte ins Ohr. Ob das jetzt verführerisch oder einschläfernd ist, sollte wohl am besten Krall's Ehemann Elvis Costello entscheiden, dem das Album gewidmet ist. "Es ist eine Liebeserklärung an meinen Mann – einfach nur ein intimes, romantisches Album", sagt Diana Krall selbst über "Quiet Nights".

In ihrer bereits 15 Jahre andauernden Karriere ist es nicht die erste Berührung mit den brasilianischen Klängen. Bereits auf dem 2002 erschienenden Album "The Look Of Love" spielte sie schon mit Bossa-Nova-Tönen. Das Album bescherte Diana Krall den großen weltweiten Durchbruch und wurde fünffach mit Platin ausgezeichnet. Vielleicht also keine schlechte Idee, gleich drei Stücke von Bossa-Nova-Legende Antônio Carlos Jobim aufzunehmen: "The Boy From Ipanema", "Este Seu Ohar" und "Quiet Nights". Mit ihren treuen Begleitern, dem Produzent Tommy LiPuma, Toningenieur Al Schmitt und Arrangeur Claus Ogerman versucht sie den alten Klassikern eine neue Seite abzugewinnen. So wurde bei "Quiet Nights" die dunklere Seite betont, mit verstärkten Moll-Akkorden. Doch das ist natürlich nichts im Vergleich zu der Version, die auf dem letzten Woven Hand Album "Ten Stones" zu hören war, die hatte fast etwas bedrohliches, dämonisches. Soweit wollte Diana Krall bei ihrem Schmusekurs allerdings nicht gehen. Man kommt nicht umhin, den Sound etwas zu glattpoliert zu finden, es ist schon sehr weichgespült, das Ganze.

Aus dem homogenen Klangbild fallen allenfalls "So Nice", das immerhin einen gewissen Groove hat und "Walk On By" auf, mit seinem schönen Bläserarrangement. Auf der mir vorliegenden Digipack Version gibt es mit "How Can A Broken Heart", "Every Time We Say Goodbye" und "I See Your Face Before Me" drei Bonus-Tracks. Doch auch die ändern nichts an der Vorhersehbarkeit der ganzen CD. Eine CD zum zu Hause bleiben, zum vor sich hin Dösen und Entspannen.

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