Diana Vickers

Songs From A Tainted Cherry Tree

Veröffentlicht: 06.08.2010 / RCA / Sony Music

Von: Astrid Weist

Diana Vickers

2008 belegte sie den vierten Platz bei X-Factor, spielte dann die Hauptrolle im Musical "Little Voice" und landete dieses Jahr mit ihrer ersten Single "Once" in ihrer Heimat auf Anhieb an der Spitze der Charts – Diana Vickers scheint ein typisches Casting-Show-Wunderkind zu sein. Doch so einfach lässt sich die 18-jährige Britin nicht in diese Schublade stecken. Ihr Debütalbum "Songs From A Tainted Cherry Tree" erinnert jedenfalls eher an eigensinnige Künstlerinnen wie Kate Nash und Robyn.

Die Sängerin konnte für ihr Debüt eine bunte Mischung von Songwritern gewinnen, von Nerina Pallot über Ellie Goulding und Harmony Boucher bis zu Guy Sigsworth. An den meisten Songs hat sie aber auch selbst mitgeschrieben. Dementsprechend authentisch ist das Ergebnis, das wie das vertonte Tagebuch eines typischen Teenagers wirkt. Da wechseln sich wiederborstige Abrechnungen mit Ex-Freunden ("Once" und "The Boy Who Murdered Love") ab mit wehmütigen Erinnerungen ("Four Leave Clover") und großem Weltschmerz ("N.U.M.B.").

Passend dazu wechselt Diana auch munter immer wieder das musikalische Genre -  eben noch tanzt sie verführerisch zu Disco-Beat in "You´ll Never Get To Heaven", um anschließend in "Me & You" zu ruhigen Pianoklängen von der ewigen Liebe zu träumen. Die elektronischen Effekte von "Remake Me + You" wirken wie der Sound eines altmodischen Computerspiels, das unbeschwerte "Jumping Into Rivers" verbreitet dagegen mit Ukulelen-Intro und akustischen Gitarren sommerliche Lebensfreude.

Trotz der stilistischen Vielfalt erschafft Diana doch irgendwie ihren eigenen Sound. Das liegt wohl hauptsächlich an ihrer markanten Stimme, die einem direkt irgendwie vertraut vorkommt, ohne sie wirklich einordnen zu können. Mädchenhaft verspielt stellenweise, gleichzeitig erstaunlich reif und auf jeden Fall unverwechselbar. Mit ihrem Gesang transportiert die Britin perfekt die manchmal chaotische Gefühlswelt eines jungen Menschen, gerade auch mit nachdenklichen Texten wie "Put It Back Together", dem melancholischen "Notice" oder dem sehnsüchtigen "Chasing You".

"Songs From A Tainted Cherry Tree" ist eines der erfrischendsten Debüts dieses Jahres von einer wirklich vielversprechenden jungen Sängerin. Diana Vickers beweist einmal mehr, dass es um den europäischen Musiker-Nachwuchs längst nicht so schlecht bestellt ist, wie einen manche TV-Formate fürchten lassen. Und ich bin sicher: Wäre diese Album schon letztes Jahr erschienen, hätte Lena einen Song daraus im Repertoire gehabt!

Twitter

Amazon, Musicload, Napster & AOL-Download

Amazon.de Musicload

Mehr zum Thema:

Musicheadquarter Twitter RSS Feed abonieren! Musicheadquarter bei Facebook
Rhingtön
Digg Reddit Del.icio.us Facebook Twitter Google Yahoo! MyWeb Furl" BlinkList Technorati Mixx Windows Live MySpace Mister Wong
Bon Jovi Tickets bei www.eventim.de