Disturbed

Asylum

Veröffentlicht: 27.08.2010 / Warner Music

Von: Andreas Weist

Disturbed

Ein fantastisches Comeback nach kurzer Schaffenspause mit "Indestructible", ein Wahnsinnsauftritt bei Rock am Ring 2008 – kann die Band aus Chicago mit Frontman David Draiman das noch toppen? Die Aufnahmen für das fünfte Werk "Asylum" dauerten von Februar bis April 2010 und man vertraute erneut Gitarrist Dan Donegan die Produktion an. Als Vorab-Single erschien "Another Way To Die" in den USA und erreichte Platz 81 der Charts. Kein Hitwunder, aber das war auch nicht zu erwarten. Das Album hingegen dürfte problemlos die us-amerikanische Chartspitze erreichen.

Mit "Remnants" geht es musikalisch dezent los, bevor der Titeltrack durchstartet. Große stilistische Veränderungen sind nicht zu bemerken. Vielleicht ein Tic mehr Härte in den vielschichtigen Gitarrensounds. Draiman singt eindringlich, energisch, teils sehr aggressiv. Mag an den Themen liegen, denen sich die neuen Songs widmen: "Another Way To Die" besingt Erderwärmung und Klimawandel, "Never Again" geißelt den zweiten Weltkrieg und die Judenverfolgung.

Draiman nennt zwei Filme, die ihn während des Schreibens beeinflusst haben: "Underworld", auf den sich auch ein Song wie "The Animal" beruft, und "Gladiator", wobei ihn der Moment zwischen Triumph und individueller Verlorenheit besonders beindruckt. Daraus entsteht für alle Songs eine eher düstere Grundstimmung, die sich in emotionalen Tracks wie "My Child" (über eine Fehlgeburt) niederschlägt.

Drei Kracher sind besonders positiv zu erwähnen: Das fulminante "Crucified" und die beiden Rausschmeißer "Sacrifice" und "Innoncence". So will die Fanschar Disturbed – so bekommen sie ihre Lieblingsband. Draimans prägnante Vocals und ausschweifende Gitarrensolo bestimmen hier das Geschehen. Man merkt halt, dass der Produzent gleichzeitig Gitarrist der Band ist.

Erst der Bonustrack "I Still Haven’t Found What I’m Looking For" (U2-Cover) läutet wieder eine ruhigere Phase ein. Disturbed haben den Song mit einem feinen Hardrock-Flair versehen und lassen ihn sehr Frisch rüberkommen. Ein netter Abschluss für ein Album, dass zwar solide Kost bietet, aber hinter dem Vorgänger leicht zurück bleibt.

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