Eels

Blinking Lights And Other Revelations

Veröffentlicht: 25.04.2005 / Interscope / Universal

Von: Torsten Schlimbach

Eels

Mark Oliver Everett alias E. hat in seinem Leben und den letzten Jahren schon einige Schicksalsschläge hinnehmen müssen (Everetts Kusine war an Bord der Maschine, die am 11.September 2001 ins Pentagon stürzte, Krebserkrankung seiner Mutter, Selbstmord der Schwester ). Nun also eine Doppel-CD, auf der E. hörbar einiges aufarbeitet. Die vorliegenden 33 Tracks wurden fast komplett in seinem Kellerstudio OneHitsville aufgenommen. Über den Aufnahmezeitraum gibt es die unterschiedlichsten Meinungen und Aussagen. Immer wieder hört man, dass sich der Prozess fast über die letzten 8 Jahre hingezogen haben soll. Wahrscheinlich weiß selbst der Mastermind der Eels schon nicht mehr, wie lange er an den Songs gearbeitet hat.

Das sechste Album von Everett kann wohl als dessen Großwerk bezeichnet werden, ein wahrer Brocken von Musik, den man nicht so schnell verdauen kann. E. ist auch hier ein Träumer geblieben, den die Lebensmelancholie nie verlassen hat. Der Künstler selber beschreibt seine Songs mit folgenden Worten ‘Sie handeln von Gott und allem, was mit Gott zusammenhängt. Sie handeln von Tagen mit furchtbaren Stürmen und Tagen, an denen der Himmel aufreißt und das Blau durchbricht. Dieses Album ist ein Liebesbrief an das Leben mit all seinen schönen und schrecklichen Momenten‘. Eine sehr gute Beschreibung der sehr intimen Songs.

Bei den meisten Tracks herrscht eine eher ruhige Grundstimmung, lediglich in Tracks wie ‘The Other Shoe‘ geht es etwas schneller zur Sache. Diesmal hat Everett auch einige Gäste auf dem Album versammelt. In ‘Going Fetal‘ gibt es eine bellende Begleitung von Tom Waits, auf ‘ To Lick Your Boots‘ spielt kein geringer als Peter Buck von R.E.M. gleich Gitarre, Dobro und Bass und dann hätten wir noch John Sebastian, der seine Autoharp für ‘Dusk: A Peach In The Orchard‘ spielt und dieses Stück auch gemeinsam mit Everett geschrieben hat.

Einordnen lassen sich die Songs eher schwer und passen in keinen Musik-Kontext. So gibt es hier zwischen feinem Blues, dezentem Surf-Rock, kleinen Psychedelik-Ausflügen, dem Gebell seines Hundes und sensiblen Orchesterarrangements bezaubernde Anekdoten zu erkunden. Wer dem Werk Zeit gibt zu wachsen, der wird sicher große Freude an ‘Blinking Lights And Other Revelations‘ haben. Allerdings muss man auch festhalten, dass sich über die gesamte Länge des Doppel Albums auch einige nicht so starke Songs befinden, weniger wäre hier sicher mehr gewesen, da auch manches der 95 Minuten Musik nicht überzeugen kann.

Als Gesamtfazit kann man festhalten, dass den Eels hier wieder einige Perlen gelungen sind, leider aber auch weniger starke Songs ihren Platz auf dem Album gefunden haben und deshalb 5 von 9 Sternen.

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