Element of Crime

Fremde Federn

Veröffentlicht: 19.11.2010 / Vertigo / Universal Music

Von: Andreas Weist

Element of Crime

Element of Crime covern "Last Christmas". Das hört sich so absurd an, dass es schon wieder in die gnadenlosen Gedankengänge des Sven Regener hineinpasst. So nach dem Motto: Lasst uns doch mal ein Weihnachtsalbum machen. "Last Christmas" gehört drauf, "Leise rieselt der Schnee" – und dann ist ihm nichts mehr eingefallen. Also schnell zum Coveralbum umgewidmet. 20 Songs und der aussagekräftige Titel "Fremde Federn". So wird ein Schuh draus.

Doch was bleibt von der typischen Musik des Quartetts, wenn die poetischen Texte Regeners wegfallen? Es bleibt ein Album, das nach Lagerfeuer und Straßenmusik klingt und von der rauen Stimme des Sängers lebt. Das ist das große Plus: Manche Songs klingen, als seien sie schon immer von Element of Crime interpretiert worden: "Auf der Espressomaschine" beispielsweise, oder "Das Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens". Die Originale von Franz Josef Degenhardt und Bert Brecht beinhalten schließlich auch genau die Lyrik, die wir bei Regener so lieben.

Weitere Highlights: Lindenbergs "Leider nur ein Vakuum" und das Beatles-Stück "Across The Universe". Dann hört’s aber auch schon auf. "My Bonnie Is Over The Ocean" darf noch als lustiges Experiment durchgehen, aber zu "It’s All Over Now, Baby Blue" haben EoC einfach nichts Neues beizutragen.

Witziges Element ist auf jeden Fall Regeners Abhandlung "Wie der Motorcycle Song einmal eine Band befreite". Darüber hinaus muss man das Album wohl so nehmen, wie es ist: Vier Musiker spielen und singen ein paar ihrer Lieblingssongs, haben Spaß dabei und sind für die ein oder andere Überraschung gut. 70 Minuten davon am Stück sind allerdings nur schwer zu ertragen.

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