Elvis Perkins

Ash Wednesday

Veröffentlicht: 13.07.2007 / XL Recordings / Beggars Group/ Indigo

Von: Stephan Kämper

Elvis Perkins

Der 11. September 2001 wird jedem Menschen im Gedächtnis hängen bleiben. Der Tag, an dem in den USA Terroranschläge von ungeheuerem Ausmaß, darunter die Zerstörung der Zwillingstürme des World Trade Centers, über das Land hereinbrachen und die Welt veränderten. In einem der Flugzeuge saß Berry Berenson, die Mutter von Elvis Perkins, dem Erschaffer des grandiosen Debütalbums „Ash Wednesday“.

Mit „Ash Wednesday“ setzt sich Perkins in einer ganz persönlichen Art und Weise mit dem Schicksal auseinander. Mit hohem Maß an Emotionalität lässt er den Hörer an seinem Schmerz teilhaben und lässt dennoch immer wieder Optimismus erkennen. So ist „Ash Wednesday“ in zwei wesentliche Teile gegliedert, die durch das Titelstück getrennt werden. Der erste Teil handelt von der Zeit vor den Terroranschlägen, der zweite, eingeleitet von „The night & the liquor“, von der schier grenzenlosen Trauer danach.

Perkins berühmter Vorname „Elvis“ brachte ihn schon in frühen Jahren unvermeidlich zur Musik. Damals lernte er Saxophon spielen und später Gitarre bei dem ehemaligen Bassisten der Band „The Knack“, die mit „My Sharona“ einen Hit landeten. In den letzten Jahren konnte man Perkins in den USA und auch hierzulande mit Größen wie „Cold war kids“ und „Claps your hands say yeah“ bewundern.

Meistens ist Perkins mit seiner Drei-Mann-Band unterwegs, die aus dem Bassisten Brigham Brough, dem Keyboarder und Gitarristen Wyndham Boylan-Garnett und dem Drummer Nicholas Kinsey besteht. Das Besondere an Elvis Perkins ist, dass er sich immer wieder mit unterschiedlichen Instrumenten auseinandersetzt und sie versucht in Einklang zu bringen. Auf „Ash Wednesday“ wird das gleich an mehreren Stellen deutlich.

Für sein Debütalbum holte sich Perkins Verstärkung an Bord. So halfen ihm Osgood als Schlagzeuger, Ethan Gold für die Produktion und der weitere Drummer Gary Mallaber, der mit seinen Trommeln schon auf Van Morrisons „Moondance“ seine Qualität unter Beweis stellte.

„Ash Wednesday“ ist nicht nur in Anbetracht der Schicksale, die Perkins erlebt hat, ein melancholisches Konzeptalbum. Trauer kommt fast in jedem seiner Songs vor. Musikalisch setzt Perkins immer wieder neue Arrangements und Instrumente ein, die „Ash Wednesday“ fast zu einem Meisterwerk machen. Wenn es Perkins schaffen sollte, trotz seiner persönlichen Erlebnisse weitere Alben zu produzieren, könnte er ähnlich wie Nick Drake Meilensteine der Musikgeschichte schreiben.  

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