Autonomy Games

Endless Hallway ist ein in Los Angeles beheimatetes Quintett bestehend aus den beiden Langzeitfreunden Ryan Jackson (Gesang), Jono Evans (Gitarre) und Joe Mullen (Schlagzeug), Evan McCarthy (Bass) und Michael Tye (Gitarre). Auf ihrem Debütalbum "Autonomy Games" schwelgt die Band in den Gitarrensounds der 90er Jahre. King´s X und die Foo Fighters haben hier wohl einen tiefen Eindruck hinterlassen. Doch ist es vor allem Nuno Bettencourt (Extreme) und dessen Soloalbum "Schizophonic", woran dieses Album erinnert, sowohl was den Sound betrifft, als auch den Gesang.
"Autonomy Barrier", der erste Song des Albums gibt dann auch gleich die Richtung vor. Krachende Gitarren, schnelle Riffs und Läufe a´la Ty Tabor. "A Bad Current" kommt mit einem Refrain um die Ecke, den Kurt Cobain auch schon mal geschrieben hatte, bevor es dann mit "Cell" in Richtung Extreme weitergeht.
Auf "Autonomy Games" sind all die Stile vertreten, die in den 90ern dafür sorgten, dass Gitarren wieder in den Charts gehört wurden. Handwerklich ist das schon beachtlich, was Endless Hallway hier bieten, doch bleiben sowohl Musik, als auch die Songs an der Oberfläche, Produktion und Technik stehen im Vordergrund.
Die von der Plattenfirma bemühten Einflüsse von Radiohead und Nine Inch Nails haben sich mir nicht erschlossen, und auch, dass hier Musik als Zweig der bildenden Kunst begriffen wird, erscheint mir sehr daneben interpretiert.
Übrig bleibt ein relativ belangloses, ganz gut gespieltes Album, das kurz mal Freude bereiten kann, bevor es in der Untiefen der heimischen CD-Regale in Vergessenheit geraten wird, zumindest, bis die nächste Flohmarktsaison beginnt.