Falco

The Spirit Never Dies

Veröffentlicht: 04.12.2009 / Starwatch / Warner Music

Von: Andreas Weist

Falco

Zufälle gibt’s: Gerade beginnt Horst Bork – ehemaliger Manager des Popgenies – mit dem Schreiben einer Biographie über die vor 11,5 Jahren verstorbene Legende, da fällt ihm siedendheiß ein, dass es doch noch "verschollene Masterbänder" aus der Zeit Ende der 80er geben muss. Wäre natürlich recht verkaufsfördernd, wenn man sie zum Veröffentlichungstermin des Buches finden würde. Und tatsächlich! Zeitgleich erscheint nun eine CD mit acht neuen Songs und der kompletten "Jeanny"-Trilogie. Ihr lest richtig! "Trilogie" bedeutet, dass es drei Teile gibt (nicht wie bei Douglas Adams oder George Lucas, wo eine Trilogie auch mal fünf oder mehr Teile haben kann).

So will ich mich zunächst dem Herzstück der CD zuwenden, das sich da in "Jeanny, Part 1", "Coming Home (Jeanny Part 2, Ein Jahr danach) " und dem neuen "The Spirit Never Dies (Jeanny Final) " gliedert. Bietet das über 15minütige Triple in seiner Gesamtheit nun etwas Neues? Teil 1 ist hinlänglich bekannt und gehört zu den innovativen Songs, die Falco zum Weltstar machten. Die Skandalisierung des Themas in der Öffentlichkeit trug einen wesentlichen Teil zum Erfolg bei. Und Falco wurde nicht müde, zu betonen, dass die inhaltliche Aussage ja nur missverstanden wurde. So nimmt Falco in Part 2 auch einiges von der inhaltlichen Brisanz fort. Wenn der Protagonist seiner verschmähten Liebe nach einem Jahr mit Rückkehr droht, haben wir es wohl eher mit Stalkertätigkeiten als mit einem Kapitalverbrechen zu tun. Und Part 3 trägt jetzt wohl zur endgültigen Harmonisierung der Story bei. Nun ja. Sicher eine Offenbarung für die immer noch große Fanschar und ein wichtiger Aspekt zur Beendigung von Jeanny-Verschwörungstheorien. Musikalisch allerdings gibt es nur einen müden Abklatsch der 87er Popmusik. Schade auch, dass es bei der Ausblendung zwischen den Teilen 1 und 2 bleibt. Hier hätte man mit geringem Aufwand eine bessere Verbindung schaffen können.

Auch die restlichen Songs haben eher B-Seiten-Charakter. "Return To Forever" ist unfertig und bietet kaum Falco. "Kissing In The Kremlin" hört sich nach einem Kommissar-Remake für den englischen Markt an und "The Spirit Never Dies" im Special Mix wurde eindeutig gebraucht, um die CD-Laufzeit zu strecken. Lichtblicke: "Nuevo Africano", "Poison" und das innovativ rappende "Dada Love". Alles in allem eine nette Sammlung, die an Falcos Qualitäten erinnert und durch die Trilogie einen Ansatz von Kultcharakter bekommt. Allerdings hätte man der Vollständigkeit halber noch den inoffiziellen dritten "Jeanny"-Part von Bolland & Bolland ("Where Are You Now“, 2007) dazu packen können.

Vermutlich war das noch nicht die letzte "Entdeckung alter Bänder". Das Phänomen ist ja von 2Pac, Freddie Mercury und (neu) Michael Jackson hinlänglich bekannt. "The Spirit Never Dies" – der Titel zumindest passt.

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