The Black Cat Neighbourhood

Wie bei so vielen jungen Damen, die in den letzten Monaten die etablierte Popwelt auf den Kopf stellten, verbirgt sich auch hinter dem Moniker Fallulah ein hübsches Fräulein aus Fleisch und Blut, das weiß, was es will. Maria Apetri wurde 1985 in Kopenhagen geboren und präsentiert der versammelten Musikwelt nun ihr Debütalbum "The Black Cat Neighbourhood". 13 fröhlich-launische Popperlen wirft uns die Dänin vor die Füße und liegt mit ihrer Hoffnung, dass man die Songs nur allzu gerne aufhebt und umgehend ins hauseigene Abspielgerät packt, goldrichtig.
Dezenten Balkan-Pop mischt Maria Apetri mit gekonntem Indie-Zungenschlag und derwischhafter Tanzbarkeit. Wie eine dunkle Sirene bewegt sich Fallulah durch Tracks wie "Give Us A Little Love". Stets außer Atem und trotzdem immer zu 100% präsent, mag man gar nicht daran denken, was passiert, wenn die Frau Mitte 20 in Zukunft ihre unverwechselbare Eigenständigkeit noch mehr in den Vordergrund stellt. Die waldliche Verwunschenheit kommt ohne Frage aus der Richtung von Florence & The Machine, der leichte Dance-Touch von Ellie Goulding und die Kompromisslosigkeit von Marina & The Diamonds. Den Ehrgeiz da doch noch eine eigene Lücke zu finden, stammt indes gänzlich von Maria Apetri, die alle Songs selbst schrieb und bestimmt noch ein paar Asse im Ärmel versteckt hält.
Mit "The Black Cat Neighbourhood" drängt Fräulein Fallulah im jungen, weiblichen Popbiz unüberhörbar nach vorne. Die Orientierung an Platzhirschkühen wie Florence Welch oder Marina Diamandis ist nicht zu leugnen und stellt das einzige Haar in der ansonsten punktgenau temperierten Soundsuppe dar. Denn so wirklich neue oder gar grenzüberschreitende Einfälle präsentiert uns die 25-jährige Kopenhagenerin auf ihrem Debütalbum nicht. Dafür ruft der Pop von Fallulah so einige erfreuliche Kreuzreaktionen hervor, die schnell ansteckend werden. Unterm Strich ein äußerst hörenswertes LP-Debüt, das nicht nur die mittlerweile etablierten Jungdamen aus Wales und dem restlichen UK aufhorchen lassen dürfte. Auch Grand-Prix-Gewinnerinnen aus Deutschland werden genau hinhören und neidisch auf das sein, was trotz vielen Querverweisen nichts mit langweiligem Einheitsbrei zu tun hat.