Fettes/Brot

Im Februar haben Fettes Brot selbstbewusst Mitschnitte ihrer "Strom und Drang"-Tour verteilt auf zwei Einzel-CDs veröffentlicht und mit einer beispiellosen Marketing-Kampagne unter den Titeln "Fettes" und "Brot" auf den Markt gebracht. Erstere stieß dabei auf Platz 4 der Charts vor, letztere auf Platz 6 – was vielleicht daran liegen mag, dass mit "Jein" der immer noch größte Hit der Brote auf dem blauen Longplayer mit Namen "Fettes" vertreten war. Mir persönlich gefiel und gefällt die Idee der zwei Alben. Mein Review-Fazit lautete damals: "31 Songs zum Durchstarten auf zwei fulminanten Alben. Nein – wartet nicht, bis vielleicht in wenigen Monaten eine 08/15-Doppel-CD mit beiden Silberlingen erscheint. Kauft beide Alben jetzt und feiert mit den Broten ab. Sie haben’s verdient!"
Ich lag nur in einem Punkt richtig: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft gibt es das Album statt in zwei Digipacks in einer 08/15-Jewelbox. Allerdings haben sich die Brote für den Weg "Aus 2 mach 1" entschieden. Sprich: 19 Songs der langen Tracklist wurden ausgewählt und neu zusammen gestellt. So bekommt man jetzt die Essenz der Alben in einer netten Zusammenfassung.
Wer hat den Recall geschafft? "Jein" natürlich, "Was in der Zeitung steht", das explosive "Erdbeben" und der Klassiker "Hamburg Calling". Die neue Single "Amsterdam". "Bettina" und "Emanuela". Und zum Abschluss ein Hitgewitter aus "Schwule Mädchen" und "Nordisch by Nature". Eine edle Zusammenstellung, die für Nachzügler, Abwarter und Neueinsteiger genau das Richtige bietet. Zum Glück gibt’s keine Spur von Zerstückelung. Mit gewohnt witzigen und nicht selten konfusen Ansagen entsteht das Live-Feeling eines kompletten Best-of-Konzerts. Macht Sinn für alle, die im Frühjahr noch nicht zugeschlagen haben.